Wirtschaftspsychologie aktuell – Zeitschrift für Personal und Management
Neues eDossier: Stress bewältigen
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Fachbuch im Fokus

5. November 2013

Das Ich-will-mehr-PrinzipRoswitha van der Markt:
Das Ich-will-mehr-Prinzip:
Auf dem Weg zu einer neuen Leistungskultur.

Springer Gabler, Wiesbaden 2012,
270 Seiten, 34,95 Euro.

Leistung ist für Unternehmen sehr wichtig. Sie machen große Anstrengungen, um die „Besten“ für sich zu gewinnen. Doch oft ist nicht bekannt, was Erfolg ermöglicht oder verhindert. Dieser Frage geht die Autorin nach.

Alte Leistungskultur: höher, weiter, schneller

Sie beschreibt zunächst die Grenzen der alten Leistungskultur, die sich im Prinzip „immer höher, weiter und schneller“ widerspiegelt und vor allem auf Druck und Durchsetzungsfähigkeit basiert. Allerdings ohne dass damit immer mehr Leistung erzeugt wird. Van der Markt kritisiert die Zahlengläubigkeit mit ihren blinden Flecken bei der Betrachtung komplexer Systeme, bei denen oft nicht alle Risiken absehbar, geschweige denn beherrschbar sind. Hier müssen sich Einstellungen und Verhaltensweisen anpassen.

Neue Leistungskultur: nachhaltig, ganzheitlich

Die neue Leistungskultur berücksichtigt das Prinzip der Nachhaltigkeit und hat einen ganzheitlichen Blick. „Don‘t work harder, work smarter“ gilt für die neue Generation von Mitarbeitern, die Leistung und Lebensgenuss verbinden möchten. Sie wollen etwas bewirken und hinterfragen Strukturen und Denkweisen mit fast schon erfrischender Respektlosigkeit.

Ernüchternde Realität

Die Reaktionsgeschwindigkeit ist jedoch ernüchternd. Die Rahmenbedingungen wie das Führungsverständnis oder die Anreizsysteme verändern sich in den Unternehmen nur langsam. Zwar ist auch im Management angekommen, dass Mitarbeiter keine pflegearmen Maschinen sind, aber was das für die Veränderungen der eigenen Persönlichkeit oder des (Führungs-)Verhaltens bedeutet, wird meist nicht reflektiert.

Unter Missachtung personalpsychologischer Erkenntnisse werden überholte Führungs- und Erfolgskonzepte weiter praktiziert. So wird die Chance vertan, eigene „Mind Sets“ anzupassen und die Bedingungen für eine moderne Leistungskultur zu schaffen, die über Sinnhaftigkeit, Leidenschaft und Spaß an der Sache funktioniert.

Was zu tun ist

Der Wandel hat Konsequenzen für das zukünftige (Personal-) Management. Es entstehen Erwerbsbiografien, bei denen Elternzeit oder Sabbaticals nicht als Zeichen für Leistungsschwäche gelten. Personaler werden auch das Thema Lernen methodisch weniger stiefmütterlich behandeln können.

Auch Manager werden sich damit beschäftigen, wie sie durch Selbstoptimierung und Entwicklung der Veränderungskompetenz die Basis für Erfolge schaffen. Kontrolle wird durch Vertrauen ersetzt. Führungskräfte werden stärker sensibilisiert sein, dass vor allem gesundes Arbeiten und Mitarbeiter ohne Burnout wertschöpfend sind.

Führungskräfte sollten bereits heute an dieser Vision moderner Arbeitsformen arbeiten. Dafür gibt das Buch einen gelungenen Einblick und konkrete Handlungsempfehlungen.

Rouven Schäfer, Leiter Human Resources Management, DocCheck, Köln

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Weiterführende Informationen:

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