Wirtschaftspsychologie aktuell – Zeitschrift für Personal und Management
Neues eDossier: Stress bewältigen
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Fachbuch im Fokus

19. September 2013

Handbuch Stress und KulturAnne Katrin Matyssek:
Stark im Job. Wie Sie Ihre psychische Gesundheit schützen.
Junfermann, Paderborn 2012,
160 Seiten, 17,90 Euro

Der Untertitel macht durch die direkte persönliche Anrede des Lesers klar, dass wir es hier mit einem Ratgeber zu tun haben. Der Leser soll in die Lage versetzt werden, sich gegen Gefährdungen seiner psychischen Stabilität und Gesundheit durch das berufliche Umfeld zu wehren.

Konsequenter Ratgeber

Dementsprechend geht es nur darum, was das Individuum hierfür tun kann. Der Aspekt, was die Organisation zum Beispiel durch betriebliches Gesundheitsmanagement unternehmen kann, wird nur am Rand behandelt. Das mag ein Kritikpunkt sein, allerdings ist es aus Sicht eines Selbsthilferatgebers durchaus konsequent. Zum einen sind die Einflussmöglichkeiten des einzelnen Organisationsmitglieds erfahrungsgemäß begrenzt, zum anderen dauern organisationale Veränderungen (zu) lange für die Lösung eines akuten Problems.

Strategien und Methoden, um die Psyche zu stärken

Vermutlich zu Recht stellt die Autorin fest, dass die meisten Menschen zwar oft viel über körperliches sportliches Training wissen, aber kaum Ahnung von einem entsprechenden psychischen Training haben. Hier setzt das Buch an. Es will Strategien und Methoden vermitteln, mehr von dem zu tun, was die Psyche stärkt, und weniger von dem, was sie schwächt.

Dementsprechend ist das Buch dreigeteilt:

Die Bestandsaufnahme in Teil 1 geschieht in Form eines Selbstchecks. Erfreulicherweise nicht als Test, bei dem man zählen muss, wie oft man A, B oder C angekreuzt hat. Die Autorin betont, dass es sich nur um Fragen handelt, die einen auf die Spur von Problemen führen können, die aber keine professionelle Diagnose ersetzen.

Optimistisch, sozial und Nein sagen

In Teil 2 erfährt der Leser dann, wie er sich psychisch stärken kann. Hierzu gehört unter anderem das Einüben einer optimistischen Grundhaltung, der konstruktive Umgang mit depressiven Episoden, aber auch die Stärkung durch körperliche Betätigung. Natürlich erwähnt die Autorin auch das richtige Verhältnis zwischen Arbeit und Freizeit, betont die Wichtigkeit von Hobbys und empfiehlt, sich gezielt ein soziales Netz außerhalb des Kollegenkreises aufzubauen.

Teil 3 schließlich gibt Tipps zur Abwehr von Gefährdungen – also zum Beispiel zum richtigen Nein-Sagen oder wie man selbst zu einem positiven Arbeitsklima beitragen kann.

Möglichkeiten werden aufgezeigt

Insgesamt kommt das Buch ohne den oft anzutreffenden Jargon der Innerlichkeit und Betroffenheit aus. Die angebotenen Methoden sind gut nachvollziehbar und einfach anzuwenden. Die Autorin betont immer wieder die Möglichkeiten des Einzelnen, ohne in plumpe Vereinfachungen zu verfallen. Die Notwendigkeit, im Ernstfall professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, wird an mehreren Stellen erwähnt, ebenso die Aufforderung, selbst aktiv zu werden und die psychische Gesundheit durch Übungen zu trainieren.

Für den ein oder anderen wäre vielleicht noch ein übersichtlicher Trainingsplan hilfreich gewesen, ein Überblick über die angebotenen Methoden und ihre sinnvolle Abfolge. Aber auch ohne diesen Plan dürften die meisten Leser mit diesem Buch gut bedient sein.

Bernd Kaderschabek, Kommunikationsberater, Straubing

© Wirtschaftspsychologie aktuell, 2013. Alle Rechte vorbehalten.

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