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Fachbuch im Fokus

21. März 2013

Strategische Erfolgsfaktoren von Shared Services im PersonalbereichLeif Moll:
Strategische Erfolgsfaktoren von Shared Services im Personalbereich: Eine praxisorientierte Analyse zur wertorientierten Unternehmensführung.
Springer Gabler, Wiesbaden 2012,
293 Seiten, 59,95 Euro.

Jeder, der einige Zeit im Personalbereich eines größeren Unternehmens tätig war, kennt das Spannungsfeld zwischen Zentralisierung und Dezentralisierung. Wenn sämtliche Personalangelegenheiten vor Ort in den Geschäftsbereichen erledigt werden, führt das schnell zu Wildwuchs. Auf der anderen Seite eilt den Zentralbereichen der Ruf voraus, bürokratisch und unflexibel zu sein. Eine mögliche Alternative – so der Autor – stellen Shared Services Center dar.

Internes Outsourcing

In ihnen werden unternehmensweit benötigte Prozesse konsolidiert, Prozess-Know-how aufgebaut und den Geschäftseinheiten zu Verrechnungspreisen angeboten. Es handelt sich also quasi um internes Outsourcing, das es den Geschäftseinheiten ermöglichen soll, sich auf ihr Kerngeschäft zu konzentrieren. Die Unternehmen erhoffen sich eine marktgängige Koordination und innerbetriebliche Lenkungswirkung. Klassische Beispiele sind Shared Services für IT oder Rechnungswesen.

In seiner Dissertation versucht Leif Moll, strategische Erfolgsfaktoren von Shared Services im Personalbereich zu identifizieren. Hierzu nutzt er ein qualitativ-exploratives Forschungsdesign, wählt sechs Unternehmen aus (zwei aus der Dienstleistung, vier aus der Industrie) und führt mit den Verantwortlichen strukturierte Interviews. Den Rahmen bildet dabei das Konzept der wertorientierten Unternehmensführung.

Drei Typen gebündelter Dienstleistung

Die sechs Shared Services Center klassifiziert Moll in drei Phänotypen:

Die Effizienz- und Marktorientierung von Typ II hat eine ausgeprägte Arbeitsteilung der Personaler zur Folge, die Kontrollintensität ist hoch und einzelne Mitarbeiter haben nur beschränkten Entscheidungsspielraum. Bei transaktionalen Aufgaben wie Gehaltsabrechnungen mag dies verschmerzbar sein, wenn es aber etwa um Personalentwicklung geht, machen standardisierte Prozesse eine individuelle Kundenorientierung schwierig bis unmöglich.

Erfolgsfaktoren: Austauschprozesse, Motivation

So ist einer der identifizierten Erfolgsfaktoren die Beschränkung auf transaktionale Tätigkeiten. Weiter nennt Moll die Mitarbeitermotivation, also die der Mitarbeiter im Shared Service Center selbst. Wie genau das bei diesen Bedingungen funktionieren kann, bleibt unklar. Dass harmonisierte Prozesse und ein ausgeklügeltes Kennzahlensystem ebenfalls erfolgskritisch sind, sei noch kurz erwähnt.

Es handelt sich um eine klassische Dissertation aus dem Bereich der Betriebswirtschaftslehre. Wer den Titel zu wörtlich nimmt, wird eher nicht auf seine Kosten kommen, da die Erfolgsfaktoren und auch die Diskussion der Ergebnisse insgesamt nur einen kleinen Teil ausmachen. Der weit überwiegende Rest des Buchs besteht aus theoretischen Vorarbeiten und den Fallstudien, deren Erkenntnisgewinn sich für die Leser in überschaubaren Grenzen halten dürfte.

Bernd Kaderschabek, Kommunikationsberater, Straubing

© Wirtschaftspsychologie aktuell, 2013. Alle Rechte vorbehalten.

Weiterführende Informationen:

Leif Moll (2012). Strategische Erfolgsfaktoren von Shared Services im Personalbereich: Eine praxisorientierte Analyse zur wertorientierten Unternehmensführung [Verlagsseite]. Wiesbaden: Springer Gabler.

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