Wirtschaftspsychologie aktuell – Zeitschrift für Personal und Management
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Fachbuch im Fokus

Kooperationsorientierte Kompetenzen11. Mai 2012
Dietrich von der Oelsnitz, Wolfgang Güttel (Hrsg.):
Kooperationsorientierte Kompetenzen.
Rainer Hampp, Mering 2011,
140 Seiten, 22,80 Euro

Kooperationen, Netzwerke und Allianzen sind aus der Wirtschaft nicht mehr wegzudenken. Die Beiträge in diesem Band der Reihe „Jahrbuch Strategisches Kompetenzmanagement“ beleuchten verschiedene Aspekte kooperationsorientierter Kompetenzen auf Ebene der Organisation. So geht es um Franchising und die Frage, wie organisationale Routinen repliziert werden können: Mithilfe von Templates, also genauen Kopiervorlagen, oder Prinzipien, die nur grob die Richtung angeben und flexibel sind. Gerade expandierende Unternehmen wie Fast-Food-Ketten müssen abwägen zwischen schneller Verbreitung (Exploitation der Geschäftsidee) und Phasen des Lernens und der Anpassung (Exploration). Aus Sicht der Autoren tun die Zentralen gut daran, ein ständiges Wechselspiel zwischen der Formulierung von Kopier-vorlagen (Templates), dem Herausarbeiten von Prinzipien und der eventuellen Veränderung des Geschäftsmodells in Gang zu halten und mit Trainings und Workshops als Wissen in der Organisation zu verankern. Relevant für die Leser dieser Zeitschrift dürfte der Aufsatz sein, der fragt, welche Rolle die kognitive Distanz zwischen zwei potenziellen Kooperationspartnern spielt. Es geht darum, wie ähnlich oder wie unterschiedlich Unternehmen einander sein sollten, um von einer Kooperation zu profitieren. Bei der kognitiven Distanz unterscheiden die Autoren die intellektuelle und die relationale Distanz. Letzteres meint die tatsächliche Zusammenarbeit und soziale Nähe auf Mitarbeiterebene – inwieweit Wissen ausgetauscht oder Vertrauen aufgebaut wird. Die Autoren weisen darauf hin, dass gerade dafür noch überzeugende Operationalisierungen und Messverfahren fehlen. Aus ihrer Sicht könnte es sinnvoll sein, hier an die Teamforschung anzuknüpfen und ihre Erkenntnisse auf die Ebene der Organisation zu übertragen. Zudem geht es um Kompetenzen als Voraussetzung für Kooperationen. Kompetenzen hier in dem Sinne, dass Unternehmen über unterschiedliche Expertise verfügen und sich zu Kooperationen zusammenfinden, um ihre unterschiedlichen Kompetenzen sinnvoll zu ergänzen. Illustriert wird das anhand der Wertschöpfungskette der Glasfaserindustrie. Fazit: Hier liegt ein klassisches BWL-Buch vor. Ob man das als Warnung oder Verheißung interpretiert, hängt von der persönlichen Interessenlage ab.
Bernd Kaderschabek, Kommunikationsberater, Straubing

Aus: Wirtschaftspsychologie aktuell, 1/2012, "Erfolg durch Kompetenz"

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