Wirtschaftspsychologie aktuell – Zeitschrift für Personal und Management
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Fachbuch im Fokus

Das NEO-Persönlichkeitsinventar in der berufsbezogenen Anwendung27. Dezember 2011
Wendy Lord:
Das NEO-Persönlichkeitsinventar in der berufsbezogenen Anwendung.
Interpretation und Feedback.
Hogrefe, Göttingen, 2011,
101 Seiten, 39,95 Euro.

Mit dem Band liegt nun eine Veröffentlichung vor, die Hilfestellung gibt bei der Anwendung des NEO-Persönlichkeitsinventars in Unternehmen – etwa bei der Bewerberauswahl, der Personalentwicklung, Karriereberatung oder auch Teamentwicklung. Im Gespräch dient das NEO-Ergebnis dazu, mit dem Probanden einzelne Bereiche genauer zu erkunden (Personalauswahl) oder zu reflektieren (Entwicklungsberatung). Ziel des Leitfadens ist es, dem Nutzer des Fünf-Faktoren-Modells nach Costa und McCrae eine praxisrelevante und effektive Umsetzung der Testergebnisse in beruflichen Kontexten zu ermöglichen. Im ersten Teil wird die Hypothesengenerierung auf der Basis der Testergebnisse genauer beschrieben, der zweite Teil gibt Anregungen und Hilfestellungen für die Gesprächsführung mit der begutachteten Person. Besonderes Interesse verdient der Anhang, in dem neuere Ergebnisse zur Korrelation von NEO-Daten und zum beruflichen Leistungsverhalten dargestellt werden. Weiterhin wird beleuchtet, wie Arbeitskontext und Arbeitsverhalten in Interaktion stehen, das heißt, inwieweit Persönlichkeitsfaktoren prädiktiv für das erwünschte Arbeitsverhalten sein können, aber auch welchen hemmenden oder förderlichen Einfluss der Arbeitskontext auf die Aktualisierung von relevantem Leistungsverhalten hat. Bei den Hinweisen der Autorin zur Interpretation dieses psychometrischen Untersuchungsinstruments gewinnt der Lesende den Eindruck, dass sich der Leitfaden an psychologische Laien wendet – die zumindest in Deutschland nicht als Anwender infrage kommen sollten. Der geübte psychologische Testanwender kann also durchaus etliche Seiten überschlagen, da ihm hier Basiselemente psychologischer Diagnostik erklärt werden. Dies gilt auch für die eher grundsätzlichen Abschnitte zu den Feedbackgesprächen. Dann aber werden darüber hinaus Empfehlungen für die Vermittlung möglicher Hypothesen gegeben, die sich aus unterschiedlichen Niveaus der Merkmalsausprägung (hoch, mittel und niedrig) ergeben: für versierte Nutzer psychometrischer Verfahren zu ausführlich, aber doch nützlich. Der Leitfaden erweist sich, trotz (oder auch wegen) aller Redundanz, als eine erfreuliche Zusatzinformation für denjenigen, der erstmalig das NEO-Persönlichkeitsinventar im betrieblichen Kontext einsetzt, und als eine Auffrischung für „alte Hasen und Häsinnen“ der Psychodiagnostik.
Christine Kaul, Diplom-Psychologin, Kaul Coaching, Hannover

Aus: Wirtschaftspsychologie aktuell, 4/2011, "Professionelle Personalauswahl"

Wirtschaftspsychologie-aktuell.de

Weiterführende Informationen:

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