Wirtschaftspsychologie aktuell – Zeitschrift für Personal und Management
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Fachbuch im Fokus

Coaching entwickeln28. November 2011
Robert Wegener, Agnès Fritze, Michael Loebbert (Hrsg.):
Coaching entwickeln.
Forschung und Praxis im Dialog.
VS, Wiesbaden 2011,  
264 Seiten, 34,95 Euro

Publikationen, in denen die Vorträge einer Tagung versammelt sind, sind meist anregend, weil sie unterschiedlichste Sichtweisen präsentieren und eine bereichernde Vielfalt an Aspekten bieten. So auch hier. Es handelt sich um die Beiträge des Kongresses „ Coaching meets Research – für die Praxis der Zukunft“, eines Dialogforums für Praktiker und Forscher von Coaching. Ein vergleichsweise kleiner Kongress (was den empirischen Erhebungen, die am Ende des Bands dargestellt werden, deutlich an Bedeutsamkeit nimmt) mit beachtlichem „Personal“: Versammelt sind hier illustre Namen der Coaching-Szene, nicht nur deutschsprachiger Provenienz, sondern auch anglo-amerikanische Experten. Wobei gerade bei Letzteren die oft atemlose Faszination, die der englischsprachige Import in Sachen Coaching bei dem einen oder anderen hierzulande erzeugt, durch die drei Beiträge in diesem Band nicht ohne Weiteres plausibel wird. Trotzdem: Es tut gut, Stimmen aus anderen Coaching-Kulturen zu lesen. Der erste Teil des Buchs ist dem Schwerpunkt Coaching zwischen explizitem Wissen, nicht/schwer erforsch barem „Wissen, wie es funktioniert“ und Forschung gewidmet. Der Psychologe Siegfried Greif plädiert für ein evidenzbasiertes Coaching im deutlichen Gegensatz zu eminenzbasiertem, salopp formuliert: „Guru“-orientiertem Coaching, das er häufig noch als überrepräsentiert empfindet. Er bietet ein interessantes, praxistaugliches Instrument der (Selbst-)Evaluierung an: das Change Explorer Interview. Der zweite Teil will die praktische Relevanz aktueller Forschung aufzeigen. Bemerkenswert ist die Arbeit von Eva-Maria Graf, die linguistische Modelle und Instrumente zur Analyse konkreter Coaching-Prozesse nutzt. Hansjörg Künzli untersucht die Relevanz des Konsistenzmodells für Coaching und lässt die Leser an seiner Hypothesentestung teilhaben, während Harald Geißler den wesentlichen Aspekt des Transfers von Coaching-Inhalten in den Arbeitskontext des Coachee fokussiert. Wie schön, dass es für den Coaching-Praktiker solche Veröffentlichungen gibt, die es ihm ermöglichen, sein eigenes Tun wissenschaftsbasiert zu reflektieren.
Dr. Christine Kaul, Diplom-Psychologin, Kaul Coaching, Hannover

Aus: Wirtschaftspsychologie aktuell, 3/2011, "Coaching im Aufwind"

Wirtschaftspsychologie-aktuell.de

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