Wirtschaftspsychologie aktuell – Zeitschrift für Personal und Management
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Fachbuch im Fokus

Talent Management25. August 2011
Adrian Ritz, Norbert Thom (Hrsg.):
Talent Management.
Talente identifizieren, Kompetenzen entwickeln, Leistungsträger erhalten.
Gabler, Wiesbaden 2010,
259 Seiten, 39,95 Euro

Unternehmen kämpfen schon heute um die besten Köpfe, und dieser Wettkampf wird zunehmen. Viele begegnen dem Thema Talentmanagement bereits mit hoher Priorität, aber recht unterschiedlichen Strategien und Ansätzen. Das Buch bietet in 19 Beiträgen einen interessanten Überblick über das breite Spektrum der Möglichkeiten und Grenzen des Talentmanagements. Im ersten Teil wird es aus wissenschaftlicher Sicht betrachtet. Dabei werden unter anderem konzeptionelle Grundlagen sowie eine Studie zum Thema Traineeprogramme vorgestellt. Der besonders spannend klingende zweite Teil zur Frage „Was junge Talente von ihren Arbeitgebern erwarten“ enttäuscht jedoch vom Umfang. Denn es handelt sich nur um einen einzigen Beitrag. Im dritten Teil werden dafür 13 interessante Fallbeispiele vorgestellt. Das Spektrum reicht von Großunternehmen wie Audi und Microsoft bis hin zu mittelständischen Unternehmen und ihren Ansätzen und Umsetzungen. Dabei wird deutlich, dass jeder unter Talentmanagement etwas anderes versteht. Das reicht von einer sehr engen Zielgruppe der Top-Performer bis hin zu der Ansicht, dass die Mehrheit der Mitarbeiter Talente sind. Einen angenehmen Mehrwert liefert der vierte Teil mit einem Beitrag von Reinhard K. Sprenger (Autor von „Mythos Motivation“) zur Frage, ob die Maßnahmen zur Bindung von Talenten überhaupt sinnvoll sind. Er plädiert dafür, sich beim Weggang von Talenten nicht primär die Frage zu stellen, wie man sie wieder zurückbekommt, sondern zu fragen, warum sie eigentlich weg wollten. Das Ziel sollte es sein, dass Mitarbeiter „sich binden“ und nicht „gebunden werden“. Was ist also zu tun, damit die Mitarbeiter sich wohlfühlen, gern Leistungen bringen und freiwillig bleiben? Ein Schlüsselfaktor dafür wird in mehreren Beiträgen in der Beziehung zwischen Mitarbeiter und direkter Führungskraft gesehen. Im fünften Teil gibt es eine Schlussfolgerung aus allen Beiträgen, und es werden 18 Leitsätze fürs Talentmanagement abgeleitet. Fazit: Ein fundiert geschriebenes Buch mit 19 Expertenbeiträgen, die einen weiten Betrachtungswinkel der Thematik bieten.
Rouven Schäfer, Leiter Human Resources Management, DocCheck, Köln

Aus: Wirtschaftspsychologie aktuell, 2/2011, "Wettbewerb um Talente"

Wirtschaftspsychologie-aktuell.de

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