Wirtschaftspsychologie aktuell – Zeitschrift für Personal und Management
Neues eDossier: Stress bewältigen
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Archiv Nachrichten aus der Wirtschaftspsychologie


30. Oktober 2008
Transformationaler Führungsstil ist gut für KMUs
Vor allem kleine und mittlere Unternehmen (KMUs) profitieren vom transformationalen Führungsstil ihrer Geschäftsführer. So das Ergebnis von Yan Ling von der George Mason University in Fairfax, Virginia, und ihren Kollegen in der Ausgabe 4/2008 des Journal of Applied Psychology. Transformationaler Führungsstil ist geprägt durch 1) Charisma, 2) inspirierende Motivation, 3) intellektuelle Anregung und 4) individuelles Coaching der Mitarbeiter. Er schlägt besonders bei kleinen Firmen auf den Unternehmenserfolg (gemessen an der Umsatzsteigerung) durch, weil aufgrund der geringeren Komplexität in KMUs Führung schneller in Innovationen umgesetzt werden kann oder zu einer erfolgreichen Anpassung an sich verändernde Umgebungsbedingungen führt. Die Autoren fanden zudem folgende Interaktionen: Transformationale Geschäftsführer sind in KMUs erfolgreicher, wenn das Unternehmen besonders klein ist, der Geschäftsführer es selbst gegründet hat und er schon auf eine lange Arbeitszeit im Unternehmen zurückblicken kann. Zur Zeitschrift.
Quelle: Journal of Applied Psychology


29. Oktober 2008
Plus im Unternehmen: Familienfreundlichkeit
Familienfreundlichkeit im Unternehmen nutzt den Familien, den Unternehmen und der gesamten Volkswirtschaft. Zu diesem Ergebnis kommt das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im ersten Arbeitsbericht des Programms für Unternehmen „Erfolgsfaktor Familie“. Die entscheidenden Anreize für Familien sind flexible Arbeitszeiten und Angebote zur betrieblichen Kinderbetreuung. Damit können Eltern ihre Arbeitszeit besser eintakten, haben mehr Spaß und Motivation bei der Arbeit, fehlen weniger und trennen sich seltener von der Firma. Ein Zugewinn also für die Arbeitsproduktivität und die Rendite des Unternehmens. Die ersten Zahlen zum Programm zeigen dessen Wirksamkeit: Im Unternehmensnetzwerk „Erfolgsfaktor Familie“ engagieren sich nur zwei Jahre nach Gründung mittlerweile schon 2000 Betriebe. Am Unternehmenswettbewerb 2008 für das familienfreundlichste Unternehmen in Deutschland haben sich mehr als 500 Firmen beteiligt. Ehrgeizige Ziele hat das Programm bis 2010. So soll der Anteil der Unternehmen, die die Angestellten bei der Kinderbetreuung unterstützen, von jetzt 3,5 Prozent auf dann 10 Prozent zunehmen. Zum Arbeitsbericht (PDF).
Quelle: BMFSFJ

22. Oktober 2008
Börsianer denken unlogisch
Kognitionspsychologen um Professor Dr. Markus Knauff von der Abteilung Allgemeine Psychologie und Kognitionsforschung an der Universität Gießen haben das logische Denken von 20 erfahrenen Börsenmaklern untersucht. Die Frage war dabei: Sind Börsianer zu rein logischen Schlüssen in der Lage? Es zeigte sich, dass sie, wenn sie rein logisch und nicht entsprechend ihrer Erfahrung urteilen mussten, viele Fehlentscheidungen trafen und dafür auch noch sehr lange brauchten. Sie waren damit sogar noch schlechter als Versuchspersonen, die nicht über langjährige Erfahrung an der Börse verfügten. Bei finanziellen Fehlentscheidungen ist also nicht nur die Geldgier entscheidend, die jetzt überall die Runde macht, sondern auch schlicht das Unvermögen, rein logisch zu urteilen.
Quelle: Universität Gießen

16. Oktober 2008
Kreativität + Gesundheit = Erfolg
Kreativität und Gesundheit gehören zusammen und: Sie steigern die Produktivität. Neue Ideen machen Spaß, und Spaß entspannt. Umgekehrt gilt diese Wirkungskette ebenso. Das haben auch Britta Herbig, Jürgen Glaser und Jennifer Gunkel vom Lehrstuhl für Psychologie der Technischen Universität München erkannt. Sie belegen, dass Autonomie und Aufgabenvielfalt für gut laufende Arbeitsprozesse unabdingbar sind. Zudem ebnet ein gesunder Arbeitsplatz den Weg für persönliche Entfaltung und Arbeitszufriedenheit. All das haben die Autoren jetzt in der neuen Broschüre „Create Health! Arbeit kreativ, gesund und erfolgreich gestalten“ der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BauA) zusammengefasst. Sie geben einen Überblick über wichtige Kreativitäts- und Gesundheitsfaktoren und geizen auch nicht mit Eindrücken aus der Praxis. Beispiele eines mittelständischen Dienstleisters und eines kleinen Industriebetriebes werden vorgestellt. Einige Bonmots sorgen zusätzlich für kleine Aha-Erlebnisse, z.B.: „Wer zu spät an die Kosten denkt, ruiniert sein Unternehmen. Wer zu früh an die Kosten denkt, tötet die Kreativität.“ (Philip Rosenthal). Zur Broschüre (PDF).
Quelle: BAuA

13. Oktober 2008
HR-Strategie passt zu Unternehmensausrichtung
Welche HR-Strategien gibt es und welche Unternehmensausrichtung hinsichtlich Menschenbild, Innovationen, Werte und Zusammenhalt ergibt sich daraus? Zu diesen Fragen haben Soo Min Toh und Frederick P. Morgeson von der University of Toronto sowie Michael A. Campion von der Purdue University in der Ausgab 4/08 des Journal of Applied Psychology eine Studie vorgelegt. Insgesamt wurden dazu 661 Unternehmen telefonisch befragt, die alle Branchen und Unternehmensgrößen abbilden. Die Autoren identifizierten fünf grundlegende HR-Strategien: „Kosten-Minimierer“ sind Unternehmen, die bei ihrer Personalarbeit vor allem auf effiziente Personalarbeit achten. Zu „Kontingenten Motivierern“ zählen Unternehmen, die leistungsabhängige Vergütungssysteme einsetzen. „Kompetitive Motivierer“ setzen demgegenüber nicht auf Leistungsunterschiede zwischen Mitarbeitern, sondern auf Unterschiede zu ihren Marktkonkurrenten und arbeiten mit Vergütungen, die sich von Konkurrenzunternehmen deutlich abheben. „Ressourcen-Sicherer“ betonen die Personalauswahl und -entwicklung von möglichst hoch qualifiziertem Personal, und „Commitment-Maximierer“ sind daran interessiert, dass ihre Mitarbeiter motiviert und engagiert arbeiten. Diesen fünf HR-Strategien ließ sich eine bestimmte Unternehmensausrichtung zuordnen. So zeichnen sich „Commitment-Maximierer“ vor allem durch hohe Orientierung am Menschen und durch Innovationen aus, wohingegen „Kosten-Minimierer“ bei diesen Leistungsmarkern eher schlecht abschneiden. „Ressourcen-Sicherer“ schaffen es, die Werte im Unternehmen stabil zu halten und „Kontingente Motivierer“ streben einen festen Zusammenhalt ihres Unternehmens an. Zur Zeitschrift.
Quelle: Journal of Applied Psychology

9. Oktober 2008
Trend: Gefühle im Büro
Negative Gefühle wie Angst, Ärger oder Wut werden am Arbeitsplatz bislang vielfach unterdrückt. Judith Sills von Psychology Today hat jedoch einen neuen Trend ausgemacht: Zunehmend werden auch unliebsame Emotionen beachtet. Dabei geht es nicht darum, seine Wut ungehemmt an seinen Kollegen auszulassen. Vielmehr sollen sie als Signale dafür gewertet werden, was alles nicht rund läuft. Ärgere ich mich über einen unzuverlässigen Kollegen? Habe ich Angst vor der Präsentation im nächsten Meeting? Bei all diesen Fragen geben Emotionen Aufschluss, was schief läuft und welche Personen die Ursache sein könnten. Wenn diese erkannt sind, kann ein klärendes Gespräch helfen. Hierbei sollten gezielt die eigenen Gefühle angesprochen werden, denn sie sind als unleugbare Fakten nicht einfach von der Hand zu weisen. Sollte man dennoch einmal zu einem Wutausbruch verleitet werden, kann man diese Reaktion im Nachhinein versuchen auszugleichen: durch eine Erklärung oder eine Entschuldigung. Zum Beitrag.
Quelle: Psychology Today

8. Oktober 2008
Neuer Index zum Berufs- und Organisationsklima
Der neue Berufs- und Organisations-Klima-Index (BOKX) misst mit 12 einfachen Fragen, die über einen Online-Fragebogen erfasst werden, die Zufriedenheit von Mitarbeitern in Organisationen. Der Fragebogen ist über das Portal Forum Humanum abrufbar. Das Forum selbst wurde u.a. von Mitarbeitern des Instituts für systemische Beratung Wiesloch gegründet mit dem Ziel, durch einen engen Austausch von Wissenschaftlern und Praktikern Organisationen effizienter zu machen. Der Index ermittelt die Zufriedenheit in beruflichen Bereichen, wie Qualifikation, Belastungen, Sinn, Vergütung, Persönlichkeit, berufliche Entwicklung. Er soll als globales Stimmungsbarometer von Mitarbeitern in Unternehmen zukünftig ähnliche Aussagen zur Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft zulassen wie schon etablierte Investitions- oder Konsumklima-Indizes. Der BOKX wird einmal jährlich erhoben. Der aktuelle Fragebogen kann noch bis zum 30. November 2008 ausgefüllt werden. Zum Fragebogen.
Quelle: Forum Humanum

6. Oktober 2008
„Social Software“ ist der stärkste E-Learning-Trend 2008
Beim Lernen mit neuen Lerntechnologien werden Werkzeuge für das informelle Lernen in den kommenden drei Jahren immer wichtiger. Zu diesem Ergebnis kommt eine Expertenbefragung, die vom MMB-Institut im Frühjahr 2008 durchgeführt wurde. Gleichzeitig rechnen fast 90 Prozent der Befragten mit einem großen Bedeutungszuwachs für „Lerner-Communities“, und auch „Wikis“ und „semantischen Suchmaschinen“ wird für das Lernen der Zukunft eine große Bedeutung beigemessen. Die 53 befragten Experten wurden im Frühjahr von MMB-Interviewern direkt oder per Online-Fragebogen befragt. Etwa die Hälfte von ihnen gehört zur Gruppe der Produzenten von Lernangeboten und Dienstleistungen, ein Drittel stammt aus Wissenschaft und Beratung Weitere Experten sind Entscheider auf der Anwenderseite, Fachjournalisten sowie Mitarbeiter öffentlicher Einrichtungen und Regierungsorganisationen. Die Experten wurden auch um ein – fiktives – Ranking der internationalen E-Learning-Landschaft gebeten. Insgesamt wird Deutschland hier nur auf einem mittleren Rang (Platz 18 von 69 Ländern) gesehen. Lediglich bei „didaktischer Qualität“ erreicht die deutsche E-Learning-Wirtschaft eine höhere Platzierung (Rang 12). Die ausführlichen Ergebnisse dieser Studie werden auf der Website www.mmbinstitut.de als „MMB-Trendmonitor I/2008“ veröffentlicht.
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2. Oktober 2008
Einmal erfolgreich, immer erfolgreich
Den Erfolgreichen wird gegeben, den Erfolglosen genommen. Trifft dieser sogenannte Matthäus-Effekt – benannt nach dem biblischen Evangelium – auch fürs Berufsleben zu? Timothy Judge und Charlice Hurst von der University of Florida haben die Daten der Längsschnittstudie National Lontitudinal Survey of Youth von 1979 dahingehend untersucht, wie sich beruflicher Erfolg, Einkommen und berufliche Position entwickeln. Sie konnten nachweisen, dass zentrale Selbsteinschätzungen bei diesen Erfolgsfaktoren eine zentrale Rolle spielen. Menschen, die selbstbewusster sind, eine optimistische Grundhaltung haben und an sich selbst glauben, sind schneller beruflich erfolgreich und verdienen mehr als solche mit einer negativen Grundhaltung. Mehr noch: Sie können ihren Erfolg über die Jahre hinweg ausbauen. Wer einmal erfolgreich ist, wird das auch zukünftig sein dank einer ausgeprägten positiven Grundhaltung. Bildung und Gesundheit wirken dabei als Mediatoren. Wenn man eine profunde Ausbildung genossen hat und keine gesundheitlichen Risiken trägt, profitiert man in beruflicher Hinsicht noch mehr von seinem Selbstbewusstsein. Ihre Ergebnisse haben Judge und Hurst in der Ausgabe 4/08 des Journals of Applied Psychology veröffentlicht. Zum Abstract.
Quelle: Journal of Applied Psychology


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