Wirtschaftspsychologie aktuell – Zeitschrift für Personal und Management
Neues eDossier: Stress bewältigen
Wirtschaftspsychologie aktuell – Zeitschrift für Personal und Management Neues eDossier: Stress bewältigen Wirtschaftspsychologie aktuell

Archiv Nachrichten aus der Wirtschaftspsychologie

31. Juli 2008
Berufliche Belastungen von Unternehmern stellen Gesundheitsrisiken dar
Die Arbeitsgruppe um Renate Rau an der Philipps-Universität in Marburg hat 53 klein- und mittelständische Unternehmer zu ihren beruflichen Belastungen und ihrer Gesundheit untersucht. Es zeigte sich, dass lange Arbeitszeiten und Konkurrenzdruck damit verbunden waren, dass der systolische Blutdruck später am Abend zurückgestellt wurde. Je mehr ein Unternehmen gemessen an der Mitarbeiterzahl wuchs, desto weniger berichteten die Befragten über Schlafstörungen. Größerer Erfolg eines Unternehmers ging mit geringerer Erschöpfung und Depression einher.
Quelle: Zeitschrift für Arbeits- und Organisationspsychologie

29. Juli 2008
Unterscheiden sich Commitment und Identifikation in Organisationen?
Dieser Frage gingen Franziska Franke und Jörg Felfe von der Universität Siegen nach. Die Ergebnisse sind jetzt in der Zeitschrift für Arbeits- und Organisationspsychologie veröffentlicht. Bei insgesamt 349 befragten Personen zeigte sich: Commitment und Identifikation sind von ihrer Begriffsstruktur her unterscheidbar. Mit beiden verknüpfen die Befragten unterschiedliche Aussagen. Commitment bezieht sich auf den psychologischen Bindungsstatus eines Mitarbeiters ans Unternehmen. Identifikation zielt eher auf Zugehörigkeit und Mitgliedschaft ab. Franke und Felfe stellten auch fest, dass Commitment und Identifikation auf unterschiedliche Weise Arbeitszufriedenheit und Kündigungsabsicht vorhersagen.
Quelle: Zeitschrift für Arbeits- und Organisationspsychologie

27. Juli 2008
Mehr Neueinstellungen in der Wissenswirtschaft
Im vergangenen Jahr haben die Neueinstellungen in der Wissenswirtschaft zugenommen. 33% aller neu eingestellten Fachkräfte entfielen 2007 auf den Wissenssektor, vor allem auf F&E-intensive Bereiche des verarbeitenden Gewerbes. Das entspricht einer Steigerung von 8% gegenüber 2006. Zu diesem Ergebnis kommt der IAB-Forschungsbericht 3/2008 „Langfristig handeln, Mangel vermeiden: Betriebliche Strategien zur Deckung des Fachkräftebedarfs“ des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Auch beim Anteil der Betriebe, die zum nächstmöglichen Zeitpunkt Fachkräfte suchen, liegt der Wissenssektor vorn. 22% aller suchenden Betriebe sind im Bereich Forschung und Entwicklung angesiedelt, 13% bieten unternehmensnahe Dienstleistungen an. Zum Forschungsbericht.
Quelle: IAB

23. Juli 2008
Abschwung erwartet
63% aller Deutschen glauben, dass sich in absehbarer Zeit die wirtschaftlichen Verhältnisse in Deutschland verschlechtern werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa, über die Spiegel online berichtete. Lediglich 14% aller Deutschen glauben noch, dass sich die Wirtschaft in Zukunft besser entwickeln wird. Fast zwei Drittel Pessimisten in Sachen wirtschaftlicher Entwicklung. Dieses Ergebnis deckt sich auch mit dem, das der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) bei seinen Mitgliedern ermittelte, und das Wirtschaftswoche online kürzlich veröffentlich hat. 64% der mittelständischen Unternehmen erwarten danach in den nächsten Monaten, dass Aufträge und Produktion stagnieren.
Quellen: Spiegel online, Wirtschaftswoche online

18. Juli 2008
Hohe Wechselbereitschaft bei Young Professionals
46,8% der Young Professionals – Führungs- und Spitzenkräfte mit erster Berufserfahrung – planen innerhalb der kommenden zwei Jahre, ihren Arbeitgeber zu wechseln. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Instant Talent 2008“ des Berliner trendence Instituts. Befragt wurden zwischen Januar und Februar 2008 rund 4.000 Young Professionals mit 1 bis 8 Jahren Berufserfahrung nach ihren Einstellungen und Karrierezielen. 55% der Befragten messen dem Führungsstil im Unternehmen eine sehr hohe Bedeutung bei, nur 18% sind damit aber momentan zufrieden. Schlechtes Führungsverhalten muss damit als möglicher Grund für die Wechselbereitschaft der jungen Talente gewertet werden. Die meisten der Befragten, nämlich 42,3% geben ein Jahresgehalt zwischen 40.000 und 60.000 Euro an, bei einer durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von rund 49 Stunden. Die attraktivsten Arbeitgeber für High Potentials mit wirtschaftswissenschaftlichem Hintergrund sind die BMW Group, die Porsche AG und BCG The Boston Consulting Group GmbH. Zur Studie.
Quelle: trendence

16. Juli 2008
Qualität von Trainings ist wichtigstes Bewertungskriterium
Unter Federführung von Professor Dr. Michael Becker hat das Deutsche Institut für Marketing (DIM), u.a. in Kooperation mit dem GABAL-Verlag, der Referentenagentur Speakers Excellence und dem Berufsverband der Verkaufsförderer und Trainer e.V. (BDVT), eine Studie zum Bildungsmarkt 2008 durchgeführt. Befragt wurden zwischen Februar und Juni 2008 insgesamt 197 Bildungsanbieter und 133 Nachfrager von Bildungsangeboten. Als externe Bildungsdienstleister werden vor allem Einzeltrainer (88%), Trainingsinstitute (73%) und Coaches (64%) eingesetzt. Die am meisten genutzten Methoden sind dabei geschlossene Seminare und Coachings. Die Firmen, die Trainingsbedarf haben, wollen an erster Stelle im Vertrieb und bei den Themen Teambuilding, Führung und Projektmanagement weiterbilden. Die Qualität der Leistung ist das wichtigste Kriterium bei der Auswahl der Trainer. Auch 82% der befragten Trainer geben an, dass die Qualität wichtig ist und einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Konkurrenten bietet. Praxisbezug, Flexibilität und Transfer in den Alltag haben bei den Trainern oberste Priorität für ihre Seminargestaltung. Zur Studie.
Quelle: Deutsches Institut für Marketing

14. Juli 2008
Sind intuitive oder überlegte Entscheidungen besser?
Jens Tönnesmann von Wirtschaftswoche online erörtert in einem Beitrag, wann intuitive oder überlegte Entscheidungen im Job besser sind. Bachentscheidungen können schnell und akkurat erfolgen, wenn sie sich auf routiniertes Verhalten beziehen. Dafür muss der Entscheider aber Erfahrung und Übung mitbringen. Für überlegte Entscheidungen braucht man mehr Zeit. Sie sind bei komplexen Sachverhalten erforderlich. Schnelle Entscheidungen würden hier zu Fehlern führen. Diese sind in schwierigen Situationen also zu vermeiden. Ebenso sollte man im Büro mehr auf Intuition setzen, wenn eine Tätigkeit bereits in Fleisch und Blut übergegangen ist. Zu Wort kommt u.a. der Psychologe Gerd Gigerenzer, Direktor des Center for Adaptive Behavior and Cognition am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin. Zum Beitrag.
Quelle: Wirtschaftswoche online

11. Juli 2008
Neues Forschungsprojekt für mehr Innovationsfähigkeit gestartet
Die Handelshochschule Leipzig hat in Kooperation mit der Uni Erlangen-Nürnberg und der TU München das neue Forschungsprojekt „Open-I“ gestartet. Hierbei soll untersucht werden, wie Unternehmen eine offene Innovationsfähigkeit erreichen können. Damit ist gemeint, dass der Innovationsprozess den Kontext und vor allem die Mitarbeiter einbezieht und nicht an den Grenzen des Unternehmens Halt macht. Im Zentrum der Untersuchung werden daher durch Web 2.0 und Social Software gestützte Innovationscommunities der Mitarbeiter stehen. Professor Dr. Hugo Kehr vom Lehrstuhl für Psychologie an der TU München wird das Projekt mit wirtschaftspsychologischem Know-how unterstützen. Unternehmenspartner sind u.a. der Flughafen München und die DATEV. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und vom Europäischen Sozialfond mit insgesamt 1,3 Millionen Euro gefördert. Zum Projekt.
Quelle: Handelshochschule Leipzig

9. Juli 2008
Change Management häufig erfolglos
Eine Studie, die gerade der Lehrstuhl für Soziologie an der TU München zusammen mit der Unternehmensberatung C4 Consulting vorgelegt hat, kommt zu dem Schluss, dass ein voller Erfolg von Veränderungsprozessen in weniger als 21% aller Fälle berichtet wird. Befragt wurden Vorstände, Geschäftsführer und Bereichsleiter deutscher Großunternehmen. Als Gründe für das Change Management geben sie vor allem Restrukturierung, strategische Neuausrichtung, Zusammenschlüsse von Unternehmen oder Kulturwandel an. 45% der eigenen Mitarbeiter sind nicht oder nur wenig zu Veränderungen motiviert. Dieser Anteil an „Bremsern“ ist besonders hoch und könnte ein Grund dafür sein, weshalb Veränderungsvorhaben scheitern. Als sehr relevant oder entscheidend für den Erfolg des Change Managements werden von den Befragten am häufigsten unzureichendes Engagement der oberen Führungsebenen (61%), unklare Zielbilder der Veränderungsprozesse (56%) und fehlende Erfahrung der Führungskräfte im Umgang mit Verunsicherung bei den betroffenen Mitarbeitern (56%) genannt. Zur Studie.
Quelle: C4 Consulting GmbH

7. Juli 2008
Wie Urlaub länger nachwirkt
Der Urlaub naht, und vielleicht denkt der eine oder andere schon daran, dass alle Urlaubsgefühle danach wieder allzu schnell verflogen sind. Das muss aber nicht sein, wie Karla Starr von Psychology today resümiert. Besonders Erinnerungen an den Urlaub können auch danach noch wirkungsvoll reaktiviert werden und so den Stress im Job mindern. Dafür sollte man sich kleine persönliche Souvenirs mitbringen: Eine verwackeltes Fotos mit Leidenschaft geschossen ist besser als eine Standardpostkarte. Den Erinnerungen sollte ganz bewusst in ruhigen Momenten nachgegangen werden. Konkrete Sinneseindrücke helfen, sich zurückzuversetzen: das Parfüm aus dem Urlaub tragen oder sich wie am Strand entspannen. So tragen die Urlaubserinnerungen dazu bei, sich ein vorteilhaftes kognitives Setting aufzubauen, das im Job wie ein Stresspuffer wirkt. Zum Artikel.
Quelle: Psychology today

4. Juli 2008
Paar-Beziehungen sollten auch im Job berücksichtigt werden
In einer Studie im aktuellen Sonderheft zu Gesundheit und Wohlbefinden der Fachzeitschrift Applied Psychology haben Marcel Schaer von der Université de Fribourg, Schweiz, und seine Kollegen die Auswirkungen eines Paar-Trainings auf das Befinden am Arbeitsplatz untersucht. Die Teilnehmer des Paar-Trainings schnitten im Vergleich zu Teilnehmern eines Einzeltrainings oder der Kontrollgruppe bei berufsbezogenen Erfolgsmaßen wesentlich besser ab. Nach dem Training verbesserten sich ihre Kommunikation und die Bewältigung von Arbeitsanforderungen, Bournout-Gefühle nahmen ab. Die Autoren schlussfolgern, dass Arbeitgeber verstärkt in ausgewogene Paar-Beziehungen ihrer Mitarbeiter investieren sollten. Zum Abstract.
Quelle: Applied Psychology

4. Juli 2008
Persönlichkeit und Akzeptanz des Feedbacks im AC
Suzanne Bell von der DePaul University in Chicago und ihr Kollege Winfred Arthur von der Texas A&M University haben in einer Studie, die gerade im Journal of Organizational Behavior erschienen ist, die Feedback-Akzeptanz von 141 Teilnehmern eines Entwicklungs-Assessment-Centers untersucht. Wie erwartet, gingen bessere Feedbacks mit größerer Akzeptanz einher. Bei der Feedback-Akzeptanz spielte auch die Persönlichkeit eine Rolle. Extraversion war mit einer größeren Akzeptanz verbunden, aber in Abhängigkeit davon, wie die gefühlsmäßige Reaktion ausfiel. Bei Personen mit hoher Verträglichkeit (Agreeableness) sagte die gefühlsmäßige Reaktion die Feedback-Akzeptanz voraus, was bei weniger verträglichen Personen nicht der Fall war. Mögliche Zusammenhänge zwischen emotionaler Stabilität und Feedback-Akzeptanz wurden allerdings nicht gefunden. Zum Abstract.
Quelle: Journal of Organizational Psychology

2. Juli 2008
Ein Jahr Organisationsentwicklung bei Siemens
Innerhalb nur eines Jahres wurde unter der Leitung des neuen Vorstandsvorsitzenden Peter Löscher der gesamte Siemens-Konzern rigoros umstrukturiert, wie Thomas Fromm in einem Beitrag der Süddeutschen Zeitung aufzeigt. Der Vorstand wurde fast vollständig ersetzt, die zehn ehemaligen Geschäftsbereiche zu den jetzigen drei Sektoren Energie, Industrie und Gesundheit verschmolzen. Zudem wurden die Landesgesellschaften gestrichen, sodass nur noch 20 regionale Zentren übrig blieben. Eine neue Top-Down-Führungskultur bindet alle Mitarbeiter noch stärker an Entscheidungen von oben. Zudem steht ein drastischer Personalabbau im mittleren und oberen Management in Vertrieb und Verwaltung an. Es wird sich dabei voraussichtlich um bis zu 17.000 Stellen handeln, die wegfallen. Das ehrgeizige Ziel, das hinter diesem Organisationsumbau steht: Kostensenkung um 1,2 Milliarden Euro bis zum Jahr 2010. Zum Artikel.
Quelle: Süddeutsche Zeitung

1. Juli 2008
Mehr hoch qualifizierte Einwanderer für Wachstumschancen
Derzeit sind nur 18,9 Prozent der im Ausland geborenen Bundesbürger hoch qualifiziert. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW). Der Anteil hoch qualifizierter Zuwanderer in Deutschland fällt gegenüber Ländern mit zielgerichteter Einwanderungspolitik deutlich ab, z.B. gegenüber Kanada, wo er bei über 46 Prozent liegt. In Industrieländern, in denen viele Hochqualifizierte in den letzten 10 Jahren eingewandert sind, stieg das Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner um über 30 Prozent. Wenn es gelingt, jährlich 100.000 Einwanderer mehr nach Deutschland zu holen, die mindestens ebenso gut ausgebildet sind wie die Einheimischen könnte das Bruttoinlandsprodukt innerhalb von 10 Jahren um 34 Milliarden Euro steigen. Das IW schlägt daher vor, die Zuwanderung mit einem Punktesystem nach kanadischem Muster zu steuern. Neben Mindeststandards hinsichtlich Gesundheit sollte verstärkt die Qualifikation geprüft werden. Damit könnte dem aktuellen Fachkräftemangel begegnet werden. Zur Studie.
Quelle: IW

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