Wirtschaftspsychologie aktuell – Zeitschrift für Personal und Management
Neues eDossier: Stress bewältigen
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Archiv Nachrichten aus der Wirtschaftspsychologie

27. Juni 2008
Für mittelständische Unternehmen ist Bürokratie eine Last
Das Fachmagazin ProFirma und der Rudolf Haufe Verlag haben eine neue Studie zur Frage durchgeführt, wie stark staatliche Bürokratie mittelständische Unternehmen belastet. Insgesamt wurden dazu die Firmenchefs von 713 Unternehmen befragt, die zwischen zwei und fünfhundert Mitarbeiter beschäftigen. Die Ergebnisse: Für 92% der Befragten ist Bürokratie ein wichtiges Thema. Je kleiner der Betrieb umso nachteiliger wirkt sich dabei die Bürokratie aus. Vor allem in zwei Bereichen sind die Belastungen offensichtlich: 69% beklagen den Mehraufwand bei Rechnungswesen und Steuern, 49% das Arbeitsaufkommen im Personalbereich. Das Problem im Personalwesen ist dabei vor allem, dass die arbeits- und sozialrechtliche Vorgaben nur schwer zu durchschauen sind. Als Maßnahmen zum Bürokratieabbau sehen die Befragten, dass widersprüchliche Vorschriften bereinigt werden, hinderliche Vorgaben entfallen oder Gesetze und Verordnungen einheitlich umgesetzt werden. Zur Studie.
Quelle: ProFirma

25. Juni 2008
Das Sozio-oekonomische Panel wird 25
Vom 9. bis 11. Juli 2008 feiert das Sozio-oekonomische Panel (SEOP), das vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin geführt wird, mit einer Nutzerkonferenz sein 25-jähriges Bestehen. Bei der letzten Erhebungswelle im Jahr 2006 waren insgesamt rund 20.000 Personen aus 11.000 Haushalten am Panel beteiligt. Für die Wiederholungsumfragen wird aus diesen Personen eine repräsentative Stichprobe ausgewählt und dann meist telefonisch durch TNS Infratest Sozialforschung befragt. Das DIW untersucht Stichproben regelmäßig nach allen Bereichen des Alltags wie etwa Erwerbstätigkeit oder Arbeitslosigkeit. In Zukunft sollen noch zusätzliche Fragen zum Sozialverhalten eingebaut werden, die Psychologen derzeit entwickeln. Die Befragungsergebnisse werden auch von der Politik genutzt, so z.B. für den aktuellen Armutsbericht der Bundesregierung. Unternehmen haben keinen Einfluss auf die gestellten Fragen. Sie können nur die Daten nach bestimmten Aspekten analysieren lassen. Mehr zum Sozio-oekonomischen Panel.
Quelle: DIW Berlin

25. Juni 2008
Welches Gefühl schwingt in der Stimme mit?

Oft errät man allein an der Stimme, ob der Sprecher nervös, entspannt oder gut gelaunt ist. Mit einer neuen Technologie namens Emotionalysis liegt nun auch eine Methode vor, die Gefühle, die beim Sprechen mitschwingen, objektiv zu bestimmen. Entwickelt haben diese Methode die Gold-Gate GmbH, die Incentive- und Marketing-Lösungen anbietet, und eXaudios Ltd., ein Spezialist für Stimmanalyse. Bei der Gefühlsbestimmung werden die Klangeigenschaften der Sprechstimme mit Frequenzmustern verglichen, die zuvor an mehreren Tausend Personen validiert wurden und für ein bestimmtes Gefühl stehen. Das Applet für die eigene Stimmanalyse kann man hier herunterladen.
Quelle: Gold-Gate GmbH

25. Juni 2008
Die Top 25 Consultants weltweit
Das amerikanische Fachmagazin Consulting hat wieder sein mit Spannung erwartetes Ranking der weltweit besten Unternehmensberater für 2008 veröffentlicht. Zur illustren Schar gehören dieses Jahr 6 Beraterinnen und 19 Berater von 23 namhaften Beratungsunternehmen, die durch Kunden oder Kollegen nominiert und von einer 14-köpfigen Jury ausgewählt wurden. Zu den Unternehmensberatern des Jahres zählen z.B. Shumeet Banerji von Booz & Company, der maßgeblich an der Ausgliederung des internationalen Beratungsgeschäfts von Booz Allen Hamilton beteiligt war, oder Antonella Mei-Pochtler von der Boston Consulting Group (BCG), die im deutschsprachigen Raum als Topmanagement-Beraterin für führende Medien-, Luxusgüter- und Automobilunternehmen tätig ist. Zu den 25 Consultants.
Quelle: Consulting

23. Juni 2008
Frauen werden bei der Vergütung benachteiligt
Weibliche Fach- und Führungskräfte auf der ersten und zweiten Managementebene erhalten 37 Prozent weniger variables Gehalt und 19 Prozent weniger fixes Grundgehalt als ihre männlichen Kollegen. Zu diesem Ergebnis kommt die Managementberatung Kienbaum in ihrer aktuellen Umfrage zum Thema „Diversity Compliance“ bei großen deutschen Unternehmen. Insgesamt entspricht dabei das Grundgehalt der Männer der Gesamtvergütung der Frauen. Besonders groß, nämlich mit durchschnittlich 28 Prozent, fallen die Gehaltsunterschiede bei Unternehmen mit 2.000 bis 5.000 Mitarbeitern aus. Schon weibliche Nachwuchskräfte erhalten ein rund 10 Prozent niedrigeres Fixgehalt als männliche High Potentials. Ab 50 Jahren sinkt das Einkommen der Frauen sogar, während es bei den Männern kontinuierlich ansteigt. Der Grund dafür sind traditionelle Laufbahnmodelle. Zum Thema Entgeltgerechtigkeit sagt Alexander v. Preen, Geschäftsführer der Kienbaum Management Consultants, zusammenfassend: „Viele Unternehmen gehen mit dieser Frage regelrecht fahrlässig um. Ihnen drohen weit reichende materielle und immaterielle Schäden.“ Zur Meldung.
Quelle: Kienbaum

20. Juni 2008
Möglicher Verlust steigert Wert
Schönes ist uns noch mehr wert, wenn wir es besitzen. So gehen beispielsweise Hauseigentümer beim Verkauf ihrer Immobilie davon aus, dass ein Preis gerechtfertigt wäre, der bis zu 33% über dem normalen Marktpreis liegt. Diese überzogene Bewertung des eigenen Besitzes hat der Ökonom Richard H. Thaler Endowment-Effekt genannt. Brian Knutson von der Stanford University und Kollegen haben jetzt die neuropsychologischen Korrelate des Endowment-Effekts untersucht. Ihre Ergebnisse sind in der neuesten Ausgabe von Neuron abgedruckt. 24 Probanden unterzogen sich dabei einer funktionalen Magnetresonanztomographie während sie verschiedene Produkte kauften, tauschten oder verkauften. Insbesondere beim Verkaufen liebgewonnener Gegenstände zeigte sich eine Aktivierung der rechten Insula, die u.a. bei der Schmerzbewertung eine Rolle spielt. Die Interpretation der Forscher: Der Wert bevorzugter Produkte steigt, indem immer stärker ihr möglicher Verlust vorweggenommen und insgeheim bedauert wird. Zum Abstract.
Quelle: Neuron

18. Juni 2008
Persönlichkeit sagt Kündigung voraus
Warum verlassen Mitarbeiter das Unternehmen? Traditionell werden die Gründe der Mitarbeiterfluktuation vor allem in externen Faktoren oder im Unternehmen selbst gesucht, z.B. in der konjunkturellen Lage oder in der Unternehmenskultur. Ryan D. Zimmermann von der A&M Texas University hat in seiner Dissertation erstmalig in einer Metaanalyse die Zusammenhänge zwischen der Persönlichkeit und dem Ausscheiden aus einem Unternehmen untersucht. Seine Ergebnisse wurden jetzt in der Zeitschrift Personnel Psychology veröffentlich. Danach sagt die emotionale Stabilität die Kündigungsintention voraus. Gewissenhaftigkeit und Verträglichkeit gehen mit konkreten Entscheidungen einher, das Unternehmen zu verlassen. Mit anderen Worten: Je instabiler oder neurotischer ein Mensch ist, desto mehr denkt er an Kündigung. Je gewissenhafter und verträglicher er ist, desto unwahrscheinlicher ist es, dass er Ernst macht und dem Unternehmen den Rücken kehrt. Wie sich im Pfadmodell zeigte, scheint die Persönlichkeit die Kündigung direkt zu beeinflussen und nicht von anderen Faktoren wie etwa der Arbeitszufriedenheit abzuhängen. Zudem sind die Beziehungen zwischen Persönlichkeit und Ausscheiden stärker als zwischen objektiven Jobcharakteristika und Kündigung. Zum Abstract.
Quelle: Personnel Psychology

16. Juni 2008
Subtiler Bürolärm mit Folgen
Ein gerade wieder aufgelegter Artikel von Psychology today erinnert an die Studie von Gary W. Evans und Dana Johnson zum subtilen Bürolärm von 2000 im Journal of Applied Psychology. Die Wissenschaftler der Cornell University untersuchten damals Büroangestellte, die mit mehreren Personen in einem Büro arbeiten, auf Stressfolgen. Obwohl viele nur vom leisen Tack-Tack der Tastatur ihrer Kollegen beschallt wurden, wiesen sie einen erhöhten Adrenalinspiegel auf. Zudem hatten sie Schwierigkeiten sich zu konzentrieren und mitunter stressbedingte Haltungsprobleme. Alle beteuerten jedoch, keinem besonderen Stress ausgesetzt zu sein. Evans und Johnson schlussfolgerten, dass dies Anzeichen einer unbewussten Stresssymptomatik seien. Obwohl die Autoren damals forderten, dass Arbeitgeber vermehrt auf unterschwelligen Bürolärm achten sollten, hat sich heute noch nicht viel geändert. Noch immer gilt, dass zu viele auf die scheinbare Lösung vertrauen: „People are really adaptable“, wie Sarah Smith Professor Evans zitiert. Ein Pyrrhussieg über den subtilen Bürolärm. Zum Artikel.
Quelle: Psychology today

11. Juni 2008
Wissensbilanzierung wird vernachlässigt
In einer Wissensbilanz werden die immateriellen Vermögenswerte eines Unternehmens erfasst: die Fähigkeiten der Mitarbeiter, die internen Strukturen und die externen Beziehungen. Nur 4 Prozent der Unternehmen haben allerdings eine Wissensbilanz erstellt. Das geht aus einer Studie hervor, die das Kompetenzzentrum Unternehmensberatung der Berufsakademie Stuttgart und der Regionale Arbeitskreis Baden-Württemberg des Bundes Deutscher Unternehmensberater in Form einer Online-Befragung durchgeführt haben. Insgesamt wurden dazu die Antworten von 101 baden-württembergischen Unternehmen ausgewertet. Wichtigkeit und Zukunft des Rohstoffs Wissen werden allerdings gesehen. 61% der Befragten siedeln die Zuständigkeit für das Wissensmanagement bei der Geschäftsführung an. Dieses Ergebnis weist darauf hin, dass implizites und explizites Wissen die strategische Ausrichtung des gesamten Unternehmens betrifft. Zu einem integrierten Wissensmanagement gehören neben der Wissensinventarisierung aber auch die Weiterentwicklung und der Transfer des Wissens. Download der Studie.
Quelle: Bund Deutscher Unternehmensberater

5. Juni 2008
Talentmanagement hat oberste Priorität
Ob in Argentinien, Australien, Großbritannien, Indien oder Südafrika: Qualifizierte Mitarbeiter zu finden und langfristig an ein Unternehmen zu binden ist die wichtigste Zukunftsaufgabe im Personalmanagement. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Creating People Advantage: How to Address HR Challenges Worldwide Through 2015“, die gemeinsam von der Boston Consulting Group (BCG) und der World Federation of Personnel Management Associations (WFPMA) durchgeführt wurde und auf einer Befragung von 4741 Führungskräften aus 83 Ländern basiert. In neun der 17 Fokus-Länder, darunter die USA, Singapur, Japan und Großbritannien, wurde Talentmanagement als wichtigste HR-Herausforderung genannt. In Deutschland ist es dagegen nur eines der Top-3-Themen. Führungskräfte aus zehn der 17 genauer untersuchten Länder – etwa die USA, Japan, China und Indien – bewerten auch die Verbesserung der Leadership-Fähigkeiten als eine der drei wichtigsten Zukunftsaufgaben. In Europa spielt das Thema dagegen eine geringere Rolle. Mehr zur Studie.
Schwerpunkt 3/08 der Wirtschaftpsychologie aktuell widmet sich auch dem Talentmanagement, siehe Vorschau.
Quelle: Newsletter Sektion Wirtschaftspsychologie

1. Juni 2008
Wie landet man im Konzernvorstand?
Dieter Frey, Professor für Wirtschaftspsychologie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München und akademischer Leiter der Bayerischen Elite-Akademie, sprach mit Christian Schlesinger von WirtschaftsWoche online darüber, wie man in einem Konzernvorstand landet. Der Karrierepfad sei meistens durch Hochschulstudium, Beratertätigkeit, Vorstandsassistenz und schließlich Vorstandstätigkeit gekennzeichnet. Dabei entscheide ein gehöriges Maß an Opportunismus. Das System reproduziert sich mit ähnlichen Charakteren, wie es die Altvorstände sind, selbst. „Querdenker werden kaltgestellt“, so Dieter Frey. Er glaubt aber, dass man Führung lernen kann und dass eine gute Führungskraft sowohl über eher männliche (z.B. Durchsetzungsvermögen) und als auch über weibliche Eigenschaften (z.B. aufmerksam zuhören) verfügt. Zum Interview.
Quelle: WirtschaftsWoche online

 

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