Wirtschaftspsychologie aktuell – Zeitschrift für Personal und Management
Neues eDossier: Stress bewältigen
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Ärger des Monats

Bärbel Schwertfeger, Chefredakteurin von Wirtschaftspsychologie aktuell, Diplom-Psychologin und Journalistin mit Schwerpunkt Personalmanagement und Managerweiterbildung (MBA), spürt hier Absurditäten, Absonderlichkeiten und Fehltritte in der HR-Welt auf.

9. August 2018
Recruiting-Kongress: Unterhaltsamer Unsinn
„Seit der Jahrtausendwende ist es uns möglich den psychogenetischen Code einer Person, ihre PsychoDNA, zu berechnen. Wir können mittlerweile also alles in Sachen Persönlichkeit berechnen, z.B. wie jemand mit Geld umgeht und ob jemand in der Lage ist loyal zu sein und zwar dem Unternehmen gegenüber und nicht nur sich selbst“. So steht es auf der Website der selbsternannten „Profilerin“ Suzanne Grieger-Langer. Und noch besser: Um das „Profiling“ eines Bewerbers zu erstellen, braucht sie nur den Namen, das Geburtsdatum und ein Foto und muss die Person selbst nie getroffen haben. Mehr...

9. April 2018
Siegel-Bluff
Fachkräfte sind rar. Da muss man schon was tun, um gute Bewerber anzulocken. Zum Glück gibt es unzählige Anbieter, die allerlei Siegel verleihen. Für den besten, den fairsten, den familien- oder den fahrradfreundlichsten Arbeitgeber. Rund 200 solcher Auszeichnungen soll es mittlerweile geben. Nach welchen Kriterien die Top-Arbeitgeber ausgewählt werden, ist dabei nicht immer transparent. Bei manchen werden die eigenen Mitarbeiter befragt, bei anderen muss man Fragebogen ausfüllen und bisweilen genügen schon ein paar Tausend Euro, um sich mit einem goldenen Siegel schmücken zu dürfen. Mehr...

6. November 2017
Algorithmische Verirrungen
„Seit der Jahrtausendwende können wir den psychogenetischen Code berechnen, ohne mit der Zielperson in Kontakt zu kommen“, behauptet Suzanne Grieger-Langer. Schon Name, Geburtsdatum und ein Foto genügten. Dann suche man aus dem Internet alles, was es zu der Person gibt und berechne mit Hilfe von Algorithmen das „Charakterprofil“. Darin erkenne man zum Beispiel wie jemand mit Geld umgeht oder ob er loyal gegenüber seinem Unternehmen sein kann und damit wählt Grieger-Langer auch Führungskräfte für Unternehmen aus. Psychogenetischer Code? Berechnen? Aufmerksam lauschten rund 30 HR-Mitarbeiter „Profilerin Suzanne“ auf der Konferenz „Digital Mind Change“ in München. Kritische Nachfragen? Fehlanzeige. Mehr...

24. November 2016
Quantenphysik für Personaler
„Hiermit wird Ihr Gehirn dank einer besonderen mathematischen Formel so umprogrammiert, dass alle Fehlhaltungen des Körpers verschwinden“, schwärmt Andreas Heine und legt der freiwilligen Versuchsperson ein kleines Kästchen auf die Stirn. Die Formel sei dem Erfinder im Schlaf eingefallen, erklärt er. Für das von ihm vermarktete BioPhysio-System habe man in einem aufwändigen Computerprogramm Rotlicht „intelligent gemacht“. Mehr...

16. März 2016
Der Chef im Schlafzimmer
Vor kurzem kam mal wieder eine Jubelmeldung über eine „automatische Headhunting-Lösung für anspruchsvolle Jobs und leitende Positionen“. „Unser Matching-Algorithmus gleicht Karrierewünsche und Stellenbeschreibung anonymisiert ab“, frohlockte das Start-up Instaffo. Damit räume man gründlich auf mit den längst überholten klassischen Personaldienstleistungen und Bewerbungsverfahren. Mehr...

20. April 2015
Die Entlarvungs-Experten
Sie wollen wissen, wie Ihr Mitarbeiter wirklich über Sie denkt? „Lügenpapst Jack Nasher präsentiert die effektivsten Verhörtechniken der psychologischen Forschung und internationaler Geheimdienste, die Sie sofort in den Alltag umsetzen können“, heißt es auf dem Buch-Cover. Er versorgt Sie mit „knallharten Manövern der Profis“ und „so wird aus Ihnen ein menschlicher Lügendetektor!“ Mehr...

8. Dezember 2014
Neuro-Quatsch
Limbi kommt. Limbi begegnet uns in der Stadt, auf Bahnhöfen und in U-Bahn-Stationen, er bewegt sich auf Infoscreens und Citylights und keiner kommt mehr aus einer Buchhandlung, ohne seinen Namen gelesen zu haben. So schreibt es der Campus-Verlag in seinem Buchprogramm. Das hat Limbi schon okkupiert. Denn Campus-Autor Tiki Küstenmacher „lässt den Limbi raus“ und kombiniert seinen Simplify-Ansatz „mit den Erkenntnissen der Hirnforschung“. Mehr...

17. November 2014
Burnout-Inszenierung
„Es reicht nicht mehr, gesundheitlich am Boden zu sein, man muss es auch allen zeigen“, schrieb das Hamburger Abendblatt vor kurzem und berichtete davon, dass die „allgegenwärtige Medienwissenschaftlerin Miriam Meckel“ ihren Burnout nach ihrem 2010 veröffentlichtem Buch „Brief an mein Leben“ nun auch noch in einem Film zelebriert. Mehr...

23. Juli 2014
Nicht ohne meinen Guru
Lange Zeit galt Meditation als etwas für weltentfremdete Mönche oder abgedrehte Esoterik-Anhänger. Doch inzwischen hat sich auch die Forschung intensiv mit den neurowissenschaftlichen Grundlagen und Wirkungen auseinandersetzt und zum Beispiel herausgefunden, dass es Meditierenden oft leichter fällt, ihre Emotionen zu regulieren. Mehr...

17. Juni 2014
Fußballfieber
Gegröle im Stadion, Bier in Strömen, gewalttätige Hooligans – Fußball ist nun mal der beliebteste Volkssport in Deutschland und das nicht immer mit positiven Auswirkungen. Seit Wochen hält die Weltmeisterschaft in Brasilien die Öffentlichkeit mit allerlei Meldungen auf Trab. McDonald‘s bietet einen speziellen Burger „Brazil Samba Double im Copacabana Style“ an, ein Pappbrötchen mit Limonen- und Tomaten-Zwiebelsauce. Selbst das Magazin Bild der Wissenschaft verspricht Werbern für neue Abonnenten ein Deutschland-Trikot. Mehr...

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