Strategie: Ärger im Büro kontrollieren
24. Februar 2009
Ärger
im Büro ist eine alltägliche Erfahrung: Der Chef kritisiert scheinbar
grundlos, der Terminplan kann nicht eingehalten werden, die neuen
Marktdaten sind wider Erwartung schlecht. Oft fragt man sich: Soll man
seiner Wut freien Lauf lassen und sie andere Kollegen wissen lassen
oder seine Gefühle lieber herunterschlucken?
Unter Mitarbeit von
Charles Spielberger, Professor emeritus der University of South Florida
und Direktor des Center for Research in Behavioral Medicine and Health
Psychology, hat die American Psychological Association gerade
Informationen veröffentlicht, wie man mit seinem Ärger am besten
umgeht.
Regeln zum Umgang mit Ärger
Entgegen der Binsenweisheit „alles muss mal raus“ und
entsprechenden ungezügelten emotionalen Reaktionen, fährt man besser
damit, wenn man folgende Regeln beachtet:
- Entspannung.
Bauchatmung kann am besten der Aufregung entgegenwirken. Man atmet dazu
„in den Bauch“. Das Zwerchfell bewegt sich, der Bauch geht nach oben.
Dabei kann man sich ein entspannendes Mantra (z.B. „Ich bin gelassen“)
oder ein ablenkendes Bild (z.B. eine sonnige Bergwiese) vorstellen.
- Kognitive Umstrukturierung.
Statt katastrophisierenden Gedanken nachzuhängen, ist es sinnvoller,
realitätstauglich zu denken. Statt: „Es ist schrecklich, ich kann
einfach nichts machen“, sollte man sich sagen: „Es ist vielleicht
frustrierend, aber es ist nicht das Ende“.
- Problemlösung.
An diesen Gedankengang schließt sich auch die Suche nach einer
konstruktiven Problemlösung an. Man kann sich kurz aufschreiben, was
man als nächstes tun kann, um das Schlimmste zu vermeiden und weitere
Schritte zu planen.
- Kommunikation.
Wenn man unter Strom steht, ist es besser, etwas länger zu überlegen,
bevor man etwas sagt: Zunächst entspannen und kurz überlegen, wie es
wirkt, wenn man den bereitgelegten Satz sagt.
- Humor.
Ein Witz kann die Situation entschärfen. Allerdings sollte er nicht
sarkistisch sein, was wiederum zu aggressiven Gegenreaktionen führt.
Mann kann sich auch die ganze Situation in komödiantischer Art und
Weise vorstellen (z.B. als kleine Molière-Komödie). Die nächste
Arbeitsbesprechung wird mit diesem Vorstellungsbild viel einfacher
ablaufen.
- Umwelt. Nicht zuletzt
gilt, sich eine Umgebung zu schaffen, die künftig Ärger reduzieren
hilft. Dazu kann gehören, dass man sich jeden Tag 15 Minuten Zeit
nimmt, um seine Probleme zu reflektieren.
Wirtschaftspsychologie-aktuell.de
Weiterführende Informationen:
American Psychological Association (Ed.). (2009). Controlling anger – before it controls you. Zum Beitrag.
Mehr zur Emotionsregulation in der Ausgabe "Gesundheit"
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