Wirtschaftspsychologie aktuell - Zeitschrift für Personal und Management
Strategie: Sich selbst motivieren

6. Januar 2009

Sich selbst zu motivieren macht unabhängig von äußeren Anreizen. Doch wie funktioniert das? Nach Albert Bandura von der Stanford University sind drei Prozesse zur Selbstmotivation notwendig.

Selbstbeobachtung, Selbstbewertung, Reaktion

Durch die Selbstbeobachtung werden Informationen über die eigene Person gesammelt. Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen werden so beobachtet. Im nächsten Schritt der Selbstbewertung schätzt man sein Erleben und Verhalten ein. Bewertungsmaßstäbe sind verinnerlichte Standards oder vereinbarte Ziele. Mit dem dritten Vorgang, der selbstbezogenen Reaktion, können Verhaltensweisen verstärkt werden.

Das gelingt durch Gedanken („Das habe ich gut gemacht.“) oder materielle Anreize (z.B. eine Entspannungspause). Belohnende Gedanken und Handlungen führen dazu, dass das gewünschte Verhalten in Zukunft häufiger auftritt. Bestrafende Kognitionen wirken sich hingegen hemmend aus.

Selbstregulationstrainings

Durch Selbstregulationstrainings lassen sich diese Vorgänge (wieder neu) einüben. Die Teilnehmer lernen dabei:

  • Selbsteinschätzung. Sie bestimmen ihr zu änderndes Verhalten (z.B. mehr Ordnung am Arbeitsplatz zeigen), kritische Verhaltensweisen (z.B. immer wieder die Ablage anwachsen lassen) und die Ursachen dafür (z.B. Zeitdruck).
  • Zielsetzung. Die Teilnehmer legen präzise ihr angestrebtes neues Verhalten fest, z.B. mindestens einmal am Tag nach einem bestimmten System Ordnung zu schaffen.
  • Selbstbeobachtung. Hierbei werden die Verhaltensweisen über einen längeren Zeitraum mit einem geeigneten Messinstrument (z.B. Tagebücher oder Häufigkeitskurven) erfasst.
  • Selbstverstärkung. Der Teilnehmer überlegt, mit welchen Verstärkungen (Kaffeepause, Gespräche mit Kollegen etc.) er reagieren kann, nachdem er das gewünschte Zielverhalten zeigt.
  • Persönlicher Vertrag. Schriftlich hält er fest, was genau er auf welche Weise erreichen will.
  • Transfer. Schließlich wird überlegt, welche Hürden es bei der praktischen Umsetzung im Alltag gibt und wie man diese vermeiden kann.

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Weiterführende Informationen:

Bandura, A. (1991). Social cognitive theory of self-regulation. Organizational Behavior and Human Decision Processes, 50, 248-287.

Mehr zu Selbstmotivation in der Ausgabe "Karriere"

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