Strategie der Woche: Outplacement
31. Dezember 2008
Die Politik ist im voraussichtlichen Krisenjahr 2009
händeringend bemüht, betriebsbedingte Kündigungen abzuwenden. Dennoch
wird der Personalabbau wohl vielerorts unvermeidlich sein. Umso
wichtiger ist es, den entlassenen Mitarbeiter eine neue Perspektive zu
geben. Ein personalpolitisches Instrument dazu ist Outplacement. Es
soll eine Trennung ohne Scherben ermöglichen und dem Mitarbeiter
helfen, aus einem sicheren Arbeitsverhältnis heraus einen neuen
Arbeitsplatz zu finden. Die Vorteile für den Angestellten und das
Unternehmen liegen auf der Hand. Der Arbeitnehmer wird dabei
unterstützt, den Schock des Arbeitsplatzverlustes zu verkraften. Durch
Weiterbildung und Qualifizierung kann er nahtlos eine neue Tätigkeit
aufnehmen. Das Unternehmen vermeidet Kosten, arbeitsrechtliche
Auseinandersetzungen und Imageverlust. Ein Outplacement läuft in vier
Phasen ab:
- Vorbereitung: Meist wird ein externer Outplacement-Berater eingesetzt, der die Hintergründe der Trennung analysiert.
- Übermittlung der Nachricht: Der Mitarbeiter wird von den Trennungsabsichten unterrichtet. Hierbei
kann der Berater den Personalleiter z.B. durch ein vorheriges Training
unterstützen, wie man die Botschaft übermittelt und den Schock beim
Mitarbeiter abfedern kann.
- Beratung: Zunächst wird der Mitarbeiter zusammen mit Unterstützung des Beraters
die emotionale Reaktionen verarbeiten, um z.B. nicht unüberlegt
gegenüber Vorgesetzten zu reagieren. Zur anstehenden Bewerbung werden
die eigenen Stärken und Schwächen analysiert. Ein Bewerbungscoaching
dient dem Selbstmarketing. Neue Kontakte zu potenziellen Arbeitgebern
werden geknüpft. Idealerweise findet der Mitarbeiter in dieser Phase
eine neue Position.
- Evaluation: Als harte Fakten können hier die Wiedereingliederungsquote, die Kosten
oder die Beratungsstunden herangezogen werden. Weiche Daten wären das
Erleben und Verhalten des Mitarbeiters und der Erfolg aus seiner Sicht.
Sie werden aber weitaus seltener erhoben als harte Daten.
Allerdings sind mit dem Outplacement in dieser Form auch Einwände
verbunden. Meist kommen nur Mitarbeiter höherer Führungsebenen in den
Genuss einer ausführlichen Outplacement-Beratung. Bei alle anderen
Entlassenen wird weniger umfassend interveniert mit entsprechend
niedrigeren Erfolgsraten bei der Wiedereinstellung. Es gibt jedoch auch
Ansätze, das Outplacement auf alle Hierarchieebenen ausweiten und z.B.
auch Gruppen-Outplacement mit Gruppenberatung und Gruppenschulungen
anzubieten.
tf
– Quelle: R. Schmook (2006). Ausgliederung aus dem Berufsleben. In H.
Schuler (Hrsg.), Lehrbuch der Personalpsychologie. Göttingen: Hogrefe.
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