Strategie der Woche: Arbeits- und Anforderungsanalyse
2.
Dezember 2008
Die Arbeits- und Anforderungsanalyse ist die Grundlage für erfolgreiche
Personalarbeit. Mit ihr werden tätigkeitsspezifische und
tätigkeitsübergreifende Anorderungen und das Befriedigungspotenzial am
Arbeitsplatz erhoben. Damit kann sie zur Personalauswahl, zur
Leistungsbeurteilung, zur Personalentwicklung oder zur
Prozessoptimierung eingesetzt werden. Die empirische Methode ist der
Königsweg der Arbeits- und Anforderungsanalyse. Professor Heinz Schuler
unterscheidet hierbei Verfahren, die Aufgaben, Verhalten und
Eigenschaften messen:
- Aufgaben.
Hierbei werden die konkreten Tätigkeiten am Arbeitsplatz ermittelt.
Diese können hierarchisch vom globalen Arbeitsprozess bis hin zu den
kleinsten Arbeitsschritten bestimmt werden. Je detaillierter erfasst
wird, desto eher muss ein standardisierter Fragebogen eingesetzt werden.
- Verhalten.
Das verbreitetste Verfahren zur verhaltensbezogenen Arbeitsanalyse ist
der „Fragebogen zur Arbeitsanalyse (FAA)“ von Ekkehard Frieling und
Carl Graf Hoyos. Er ist die deutsche Übertragung des „Position Analysis
Questionnaire (PAQ)“. Mit ihm werden die vier Bereiche
Informationsverarbeitung, Arbeitsausführung, arbeitsrelevante
Beziehungen und Umwelteinflüsse erhoben. Den Fragebogen füllt der
Personalexperte aus, der die Arbeitsanalyse vornimmt. Für die über 200
Arbeitselemente, die mit dem FAA erfasst werden, wird jeweils ihre
Häufigkeit bestimmt.
- Eigenschaften.
Beim eigenschaftsorientierten Ansatz werden Fähigkeiten und
Eigenschaften analysiert, die am Arbeitsplatz gefordert werden. Ein
Beispiel ist das Verfahren „Personality-Related Position Requirements
Form (PPRF)“. Damit werden die Persönlichkeitsmerkmale nach dem
Big-Five-Modell – Neurotizismus, Extraversion, Offenheit,
Verträglichkeit, Gewissenhaftigkeit – in arbeitsbezogenen Fragen
erfasst. Der Fragebogen wird von Personalexperten für den jeweiligen
Arbeitsplatz ausgefüllt.
Professor Heinz Schuler in der
Wirtschaftspsychologie aktuell.
tf
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