Wirtschaftspsychologie aktuell - Zeitschrift für Personal und Management
Strategie der Woche: Trainings zum Wissenserwerb

8. November 2008
Die immerwährende Frage in der Personalentwicklung: Welche Trainings zum Wissenserwerb sollten eingesetzt werden? Professor Karlheinz Sonntag von der Uni Heidelberg und Professor Niclas Schaper von der Uni Paderborn unterscheiden folgende Trainings zum Wissenserwerb:

  • Kognitive Trainings: Hierbei werden Denkleistungen geschult: Planen, Entscheiden, Handlungsvorwegnahme. Ziel ist es, damit dann später komplexe Aufgaben besser lösen zu können. Zum Einsatz kommen sie, wenn übergreifende kognitive Leistungen verbessert werden sollen. Bestandteile kognitiver Trainings können zu lernende Handlungsregeln, Selbstreflexion oder Selbstinstruktion sein.
  • Kooperatives Lernen am Arbeitsplatz bietet sich an, wenn eine komplette Arbeitsgruppe lernen soll. Zentral ist, dass die ganze Gruppe in den Problemlösungsprozess eingebunden wird und sich erfahrene und weniger erfahrene Mitarbeiter ergänzen. Elemente des kooperativen Lernens sind Coaching und Hilfestellung, Verbalisierung der Abläufe, Reflexion und eigenständiges Ausprobieren.
  • Computerbasiertes Lernen ist heute aus dem betrieblichen Lernen nicht mehr wegzudenken. Oft werden Hypertextsysteme eingesetzt, bei denen man per Mausklick navigiert. Mit Simulationsprogrammen können komplexe und gefährliche Tätigkeiten spielerisch erlernt werden. Auch die Vernetzung ist wichtig. Computerbasiertes Lernen wird vor allem bei Blended-Learning-Kursen (z.B. von der IHK) eingesetzt, bei denen sich die Teilnehmer von zu Hause aus auf die Präsenzveranstaltungen vorbereiten können.
  • Komplexe Lernarrangements: Prototypisch dafür sind die sogenannten Lerninseln. Hierbei werden z.B. Ausbildende direkt am Produktionsprozess beteiligt. Zwar haben sie ausreichend Spielraum zum eigenen Austesten. Das Team der Auszubildenden auf ihrer Lerninsel übernimmt aber konkrete Aufgaben innerhalb der Produktionskette. Eine Spur größer sind die Lernbüros oder gar Übungsfirmen. Hierbei können die Schüler in einer fast real anmutenden Atmosphäre ein ganzes Unternehmen oder eine Abteilung probeweise leiten.
Übersichtsartikel von Niclas Schaper und Karlheinz Sonntag (PDF).

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tf

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