Wirtschaftspsychologie aktuell - Zeitschrift für Personal und Management
Strategie der Woche: Innovationsmanagement

29. Oktober 2008
Überall lesen wir’s: 99 Prozent Transpiration, 1 Prozent Inspiration – die Bilanz für kreative Ideen aus der Sicht des ruhelosen Erfinders Thomas Alva Edison. In der Tat ist die assoziative Arbeit, die so grenzenlos beim Innovationsmanagement schein, begrenzt. Denken wir nur an die kostspieligen Investitionen, Fehlschläge, Kampagnen, die es zur Umsetzung neuer Ideen braucht. Grob betrachtet folgt das Innovationsmanagement folgenden Phasen:

  • Ideen generieren: Zeit für Kreativität. Hier sind neue Gedanken und Sichtweisen gefragt. So mancher Angestellte, der es gewohnt ist, in engen zeitlichen und finanziellen Grenzen das Maximale herauszuholen, kann mit der völligen Denkfreiheit beim Brainstorming nichts anfangen. Für ihn kann eine Analogieaufgabe „Wie übertrage ich mein Produkt auf die Zielgruppe 50+“ spannender sein als die Instruktion „Alle Ideen sollen ohne Bewertung genannt werden“. Meist bleiben sowieso nur weniger als 4 Prozent der abgehobenen Ideen übrig, die sich auch umsetzen lassen. Um nur einige Techniken der Ideengenerierung zu nennen: konvergentes Denken, Analogien, Brainstorming, Checklisten. Auch die Metaanalyse „The effectiveness of creativity training” von Ginamarie Scott, Lyle Leritz und Michael Mumford im Creativity Research Journal von 2004 zeigt, dass vor allem assoziationsarme Techniken, in denen eine konkrete Problemlösung angestrebt wird, die höchsten Effektstärken haben.
  • Konzept erarbeiten: Nachdem die Ideen generiert sind, müssen sie bewertet und ausgewählt werden. Hierfür bietet sich ein von Experten ausgearbeiteter Kriterienkatalog an. Auch die späteren Kunden werden einbezogen. Ihnen werden Prototypen des Produkts oder der neuen Dienstleistung vorgestellt. Ihre Meinung wird erfasst und für weitere Verbesserungen herangezogen. Diese Phase richtet sich also ganz an der Forschung und Entwicklung aus. Parallel zum Innovationskonzept wird ein Marketingplan erarbeitet.
  • Innovation umsetzen: Wenn alle Umsetzungpläne stehen, folgt die spannende Zeit der Umsetzung. Stehen alle Ressourcen bereit? Läuft die Markteinführung reibungslos? Bei der Umsetzung ist die Personalentwicklung gefragt. Kreativität ist nicht nur von der Persönlichkeit abhängig, sondern auch vom geeigneten Klima im Unternehmen. Werden neue Ideen gleich vom Management abgeschmettert, tun sich die Mitarbeiter auch bei der späteren Umsetzung schwer. Ein Organisationsklima, das die Umsetzung von Innovationen fördert, ist von Vertrauen, Offenheit, Dynamik, Humor, kreativen Konflikten und Zeit für die Umsetzung geprägt. Schließlich wird der Erfolg gemessen. Das kann auf allen Ebenen der Balanced Scorecard geschehen: Finanz-, Kunden-, Prozess- und Mitarbeiterperspektive.
Mehr zum Kreativitätsprozess im Themenheft „Innovation“, das am 18.12.08 erscheint.

tf – Quelle: Creativity Research Journal

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