Strategie der Woche: Führung von Gruppen
22.
Oktober 2008
Beispiel:
Ein Personalentwicklungsteam soll neue Fertigungsprozesse für die
teilautonomen Arbeitsgruppen bei einem Automobilhersteller entwickeln.
Arbeitsanalyse, Prozess-Design, Zusammenarbeit mit dem Management und
natürlich die optimale Zusammenstellung des Entwicklungsteams: Ein
guter Teamleader muss seine Mannschaft optimal führen, um die
gewünschten und erwarteten Spitzenleistungen zu sehen. Schließlich
verspricht sich das gesamte Unternehmen klare Effizienzvorteile
dadurch. Auf folgende drei Kerndimensionen kommt es bei der Führung von
Gruppen an:
- Beziehungen pflegen: Beziehungen sind das A und O. Und sie fangen bei der Auswahl der
Teammitglieder an. Forschungsergebnisse zeigen, dass eine heterogene
Zusammensetzung der Gruppe deren Kreativität fördert. Der 20-jährige
Trendscout, die weise 50-Jährige, der findige Ingenieur, der
Verkaufsguru, der Orga-Psychologe und ein Impulsgeber von der
Geschäftsleitung – sie alle tragen auf ihre Weise zur Lösungsfindung
bei. Wie erkennt man, ob man zu seinen Mitarbeitern gute Beziehungen
pflegt? Anhaltspunkt kann der „Least Preferred Co-Worker“ sein. Wenn
man mit seinem am wenigsten geschätzten Mitarbeiter freundschaftlich
zusammenarbeitet, zeugt das von guter Beziehungsorientierung.
- Zielerreichung fördern: Messbare
und motivierende Ziele zusammen mit seinen Mitarbeitern auf
Gruppenebene zu erarbeiten, ist eine Herausforderung für sich. Das
Productivity Measurement and Enhancement System (ProMES) von Robert
Pritchard zeigt z.B., wie man Ziele, Indikatoren und Effektivitätswerte
festlegt. Wenn es in der Produktion verbindliche Erfolgsmaße für
Stückzahl, Zeitersparnis und Prozesskosten gibt, kann monatlich ein
Erfolgsdiagramm ausgedruckt werden. Es zeigt an, wie weit man von der
grünen Gewinnzone entfernt ist oder wie tief man sich im roten Bereich
unter dem akzeptablen Minimum befindet.
- Aufgaben verteilen: Man kann jedem Mitarbeiter seine Aufgabe gleichsam vorschreiben. Oder
man hört darauf, auf welche Aufgaben der Kollege förmlich brennt.
Keiner sollte ausschließlich Aufgaben mit einem besonders hohen oder
einem besonders niedrigen Motivationspotenzial erhalten. Tätigkeiten,
die einen vollständigen Prozess umfassen, mit hoher Verantwortung
verbunden sind, dem Mitarbeiter Freiheiten bei der Umsetzung geben und
vielfältig sind, motivieren besonders gut. Selbstredend ist dabei, dass
die Aufgabenverteilung nicht immer ad hoc erfolgen sollte. Ein
Zuteilungsplan sorgt für die nötige Transparenz.
tf
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