Strategie der Woche: Psychologische Werbeplanung
16. Oktober 2008
Flash
Layer, Half Page Ad, Skyscraper, Wallpaper – allein schon die
Online-Werbeformen sind so vielfältig wie verwirrend. Wie soll man
dabei den Überblick behalten? Mit einer psychologischen Werbeplanung!
Denn Strategie zahlt sich bekanntlich mehr aus als lustiges
Draufloswurschteln. Eine psychologische
Werbeplanung umfasst folgende
Schritte:
- Budgetierung:
Ohne Geld nützt die beste Idee nichts. Die Finanzmittel für die
kommende Werbeperiode müssen sorgfältig den einzelnen Produkten
zugeordnet werden. Vom produktbezogenen Budget sind die Auswahl der
Dienstleister, Werbemittel und Werbeträger abhängig.
Rückkopplungsschleifen im Prozess sind clever. Wenn sich im weiteren
Planungsprozess herausstellt, dass das Geld nicht ausreicht, sollte die
Budgetzuteilung noch einmal überdacht werden. Wenn man keine
Werbeagentur im Rücken hat, gilt nach wie vor der Leitsatz: Immer
vorher ein konkretes Angebot von den einzelnen Dienstleistern einholen.
- Zielgruppenbestimmung:
Wen genau möchte ich ansprechen? Ausgedient haben Antworten nach der
Art: „Gruppe XY mit einem/einer bestimmten Alter, Geschlecht, Bildung,
Einkommen“. Im Zeitalter identitätsbildenden Konsums zählen
psychologische Merkmale und konkrete Kauf-Situationen. Zielgruppen
werden daher nach Verfassungen segmentiert. Auf eine Befragung der
potenziellen Käufer folgt eine Clusterung mittels Faktoren- und
Clusteranalyse. Die trennschärfsten Merkmale im Cluster
charakterisieren die Zielgruppe. Natürlich kann man auch auf Fremddaten
zurückgreifen, wenn eine Marktsegmentierung das eigene Budget sprengt.
Wichtig ist aber, dass die Kunden psychologisch nach
Persönlichkeitsmerkmalen und Verhaltensweisen segmentiert werden.
- Werbekonzeption:
Noch vor der Werbeidee muss das Werbeziel festgelegt werden: den
Verkauf fördern, das Image aufpolieren oder in Erinnerung bleiben? Die
Werbeidee verbindet diese Ziele mit einem geeigneten Formenkanon und
einer Sprache auf Augenhöhe. Plot und Motiv werden in den Werbemitteln
(Online-Werbung, Anzeigen-Formate) umgesetzt, für die die adäquaten
Werbeträger (Domain, Fachmagazine) gefunden werden müssen. Mit Konzept-
und Gestaltungstests kann vor dem Kampagnenstart die Werbewirkung
überprüft werden.
- Kampagnenstart:
Der Start ist erst der Anfang vom Ende, denn mit einer
Werbeerfolgskontrolle muss beständig kontrolliert werden, ob die
Anzeigen den gewünschten Erfolg haben. Erfolgsmaße können sein: Anzahl
der Bestellungen, Bannerklicks, Aufmerksamkeit, Erinnerung,
Bekanntheitsgrad oder das Image. Mit diesen Maßen ist während der
Kampagne auch eine Kurskorrektur möglich. Wenn der erwünschte Umsatz
ausbleibt, kann überlegt werden, ob man kurzfristig andere Motive
einsetzt. Nach Laufzeitende der Kampagne steht die Endauswertung an.
Das bedeutet aber nicht, dass die Werbung damit ausläuft. Gute Werbung
ist permanent notwendig – als Einführungs-, Fortführungs- oder
Erinnerungs-Werbung.
Mehr zu
Clusterung nach Verfassungen und Eigenschaften von Käufern in
"Psychologie des Verkaufens".
tf
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