Strategie der Woche: Eine gute Stellenanzeige formulieren
8.
Oktober 2008
Eine
gute Stellenanzeige ist im jüngst entbrannten „War for Talents“ Gold
wert. Im besten Fall ist sie Aushängeschild und Informationsplattform
zugleich: Sie soll viel versprechende Talente motivieren, sich zu
bewerben und ihnen genügend Informationen über Stelle und
Unternehmen geben. Leichter gesagt als getan. Eine gute Stellenanzeige
zu formulieren ist eine Kunst, für die es einer guten
Analyse,
Psychologie, Feingefühl und gestalterischer Frische bedarf. Nur so wird
sie ein wirksamer Bestandteil im Personalmarketing sein.
Vor der
Formulierung der Stellenanzeige steht die Arbeits- und
Anforderungsanalyse. Hier wird festgelegt, welche
tätigkeitsspezifischen und tätigkeitsübergreifenden Anforderungen, aber
auch welche Befriedigungspotenziale die Position aufweist.
Anforderungen und Potenziale können auf der Verhaltensebene z.B. mit
dem Fragebogen zur Arbeitsanalyse (FAA) ermittelt werden. Solch ein
empirisch gesichertes Verfahren beugt vor, durch rein intuitives
Zusammenstellen von Anforderungen – wie es z.B. bei den sogenannten
Kompetenz-Modellen der Fall ist – Verhaltenspotenziale und
Verhaltenskonsequenzen oder Ober- und Unterkategorien zu vermischen.
Die ermittelten Anforderungen können genutzt werden, um
insbesondere Position und Qualifikation in der Stellanzeige zu
beschreiben. Eine Stellenanzeige informiert über:
- Unternehmen:
Als Basiskennzahlen für das Unternehmen gelten Branche, Größe,
Marktposition, Anzahl der Mitarbeiter und natürlich die Produkte.
- Position:
Hier wird die Stelle benannt, und die konkreten Aufgaben und
Verantwortlichkeiten werden beschrieben. Zudem soll angegeben werden,
weshalb die Stelle neu besetzt oder neu geschaffen
wird. Weiterbildungsmöglichkeiten
und Karriereaussichten
werden skizziert.
- Gehalt:
Bei
den Angaben zum Gehalt sollten die Höhe, mögliche Beteiligungen am
Ergebnis, 13. und 14. Monatsgehalt, Urlaubs- und Weihnachtsgeld,
Leistungen zur Vermögensbildung, betriebliche Altersversorgung und
zusätzliche Versicherungen angegeben werden.
- Qualifikation:
Hier interessieren die fachspezifische Ausbildung mit Abitur,
Fachhochschule, Hochschule, mögliche Spezialisierungen, berufliche
Erfahrungen, Fremdsprachen, besondere Kenntnisse und Fähigkeiten. Zudem
wird auf zentrale Eigenschaften, wie z.B. Führungsverhalten,
Kreativität oder soziale Kompetenz, hingewiesen.
- Bewerbungsform:
Schließlich wird erwähnt, ob die Bewerbung per Post oder bevorzugt
online zugeschickt werden soll. Die notwendigen Dokumente, wie
Lebenslauf, Zeugnisse, Referenzen, die der Bewerbung beigelegt werden
sollen, werden benannt. Der Bewerber soll den frühesten Eintrittstermin
und seine Gehaltswünsche angeben. Ansprechpartner und
Kontaktadresse dürfen ebenfalls nicht fehlen.
Nicht zu
unterschätzen ist die Form. Sprache und grafische Gestaltung spielen
eine wesentliche Rolle bei der Aufmerksamkeitslenkung. Für
Online-Anzeigen gilt, dass sie nicht länger als eine Bildschirmseite
sein sollen. Eine effektive Volltextsuche verlangt, dass alle
Schlüsselbegriffe in der Anzeige auftauchen. Auf schwammige Anglizismen
wie „Soft Skills“ soll verzichtet werden. Nach dem Allgemeinen
Gleichbehandlungsgesetz (AGG) verbieten sich Formulierungen, die
hinsichtlich Geschlecht, ethnischer Herkunft, Religion, Behinderung,
Alter oder sexueller Identität benachteiligen. Schließlich können
Bilder und eine klare Gliederung die Anzeige emotional aufwerten.
Vorteilhaft sind auch prägnante Stichpunkte statt eines
unübersichtlichen Fließtexts.
tf
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