Strategie der Woche: Arbeitsgestaltung
21. Juli 2008
Jeder
wünscht sich einen Job, der Spaß macht, motiviert, sinnerfüllt ist.
Doch wie lässt sich dieser Wunsch mit dem oft drögen Arbeitsalltag in
Einklang bringen? Kann man seine langweiligen Stunden am PC mit einem
Schuss Abenteuer versüßen? Antworten auf diese Fragen gibt die Arbeitsgestaltung.
Schon Richard Hackman, der in Yale und Harvard lehrte, und Greg Oldham
haben in ihrem Job Characteristics Model fünf sogenannte
Kerndimensionen der Arbeit bestimmt, die zu mehr Zufriedenheit führen.
Danach arbeitet man mit mehr Enthusiasmus, wenn die geforderten
Fähigkeiten vielfältig sind, man die Arbeit in zusammenhängenden
Prozessen erledigt, die Aufgaben bedeutsam sind, man autonom handeln
kann und Feedback erhält. Aber Vielfalt, Zusammenhang, Bedeutsamkeit,
Autonomie und Feedback lassen sich nicht übers Knie brechen. Das Work
Redesign sollte durch anspruchsvollere Aufgaben (Job Enrichment) oder
durch ein größeres Aufgabenspektrum (Job Enlargement) erfolgen. Wichtig
ist aber, dass ein Mitarbeiter systematisch an seine neuen Aufgaben
herangeführt wird. Dabei sind folgende Punkte zu berücksichtigen:
- Das Ziel der
Arbeitsgestaltung ist zu
bestimmen. Hierbei geht es neben dem Spaß an der Arbeit auch um mehr
Effizienz. Mitarbeiter- und Zielorientierung lassen sich so verbinden.
- Innerhalb einer Arbeitsanalyse müssen
die aktuellen Tätigkeiten und
Prozesse hinreichend genau erfasst werden. Strukturierte Interviews
aller Beteiligten bieten sich hier an. Dem Ist-Zustand wird so der
Soll-Zustand der Arbeitsprozesse gegenübergestellt.
- Alle
Maßnahmen der Arbeitsgestaltung müssen sorgsam aufeinander abgestimmt
werden. Bietet es sich an, Arbeitsgruppen umzustrukturieren? Bekommen
die Mitarbeiter mehr Verantwortung (Job Enrichment)? Wann ist eine
Weiterbildung sinnvoll? Um geeignete Maßnahmen zu bestimmen, müssen
diese durch das Management ausgewählt und in einen kompletten
Maßnahmenkatalog integriert werden.
- Die
Umsetzung der Maßnahmen wird durch eine Evaluation begleitet. Als
Erfolgsmaße eignen sich die Performanz der Arbeitsgruppe und die
Arbeitszufriedenheit der Teammitglieder.
Die
Vorteile der Arbeitsgestaltung liegen auf der Hand. Die Mitarbeiter
kommen aus ihrem Trott heraus und können für sich neue Tätigkeiten
erschließen. Vielleicht schlummert in einem Sachbearbeiter in der
Verwaltung ja ein Verkaufstalent, das er im Telefonkontakt bei sich
entdeckt. Work Redesign erschließt so die Potenziale der Angestellten.
Viel wichtiger ist nach Hackman und Oldham jedoch, dass die Mitarbeiter
die Sinnhaftigkeit von Arbeit wieder neu erleben und sehen, dass sie
sich weiterentwickeln und wachsen können. Besonders Mitarbeitern, die
keine Aufstiegschancen mehr haben, eröffnet die Arbeitsgestaltung ganz
neue Möglichkeiten, sich zu profilieren. Das wiederum bindet sie und
ihr Know-how langfristig ans Unternehmen.
tf
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