Wirtschaftspsychologie aktuell – Zeitschrift für Personal und Management
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Strategie

Den Partner ins Ausland begleiten

28. April 2014

Ein neuer Ratgeber von Anke Weidling und Susanne Reichhardt gibt Tipps für Menschen, die ihren Partner ins Ausland begleiten. Fünf entscheidende Punkte sind dabei, eine Perspektive zu entwickeln, den Kulturschock zu überstehen, Heimat zu erleben, etwas Sinnerfülltes tun und Chancen bei der Rückkehr sehen.

Fachratgeber für Auslandsbegleiter

Die Juristin Susanne Reichhardt und die Diplompsychologin Anke Weidling haben ein neues „Arbeitsbuch für Menschen, die Auslandsentsandte begleiten“, geschrieben. Es heißt „Gemeinsam ins Ausland und zurück“ und ist als Fachratgeber bei Klett-Cotta erschienen.

In den zeitlich geordneten Rubriken „Vor der Ausreise“, „Nach der Ankunft“, „Im Land“ und „Rückkehr“ beschreiben sie, was für einen selbst, den Partner, die Kinder, Verwandte und Freunde wichtig ist. Sie bringen Beispiele von Reisenden und führen in Coaching-Übungen ein, die man selbst durchführen kann. Hier seien fünf entscheidende Punkte zur erfolgreichen Auslandsbegleitung genannt.

Perspektive entwickeln

Damit ist eine berufliche Perspektive gemeint, konkreter: ein berufliches Ziel, das sich im Ausland verfolgen lässt. Die Autorinnen raten, von „Lebensträumen“ auszugehen (S. 22). Hierzu kann man aus Bildern in Zeitschriften diejenigen ausschneiden, die diese Träume wiedergeben, und sie zu einer Collage zusammenfügen. Daraus könnte sich ein genaueres Ziel ableiten. Zugleich sollte man sich ein zweitbestes Ziel überlegen, falls sich das erste nicht umsetzen lässt. Beispiel: Eine Trainerin kann in New York erst einmal nicht als solche arbeiten und entscheidet sich dafür, dort eine neue Beratungsmethode zu erlernen.

Kulturschock überstehen

Ein Kulturschock ist für die Autorinnen ein Anpassungsprozess, bei dem Stressoren durch persönliche Ressourcen überwunden werden. Diese Stressoren, die sich ergeben, wenn jemand seinen Partner ins Ausland begleitet, können sein:

Den Stressoren lässt sich mit „kultureller Intelligenz“ begegnen. Dazu gehören (S. 46):

Heimat erleben

Das lässt sich vor allem durch Kontakte zu Freunden und Verwandten im Heimatland spüren. Die Autorinnen raten daher, mal großzügiger mit dem Smartphone zu telefonieren, kleine Rundbriefe an Freunde zu mailen oder einen Blog zu schreiben. Damit bleibt man mit seinen Freunden in Verbindung.

Außerdem kann man sich angewöhnen, regelmäßig die Tagesschau online zu sehen oder eine deutsche Zeitung zu abonnieren. Anke Weidling beschreibt, „wie wunderbar es sich anfühlte“, Verbundenheit und Vertrautheit bei einem Kirchenbesuch der deutschen Gemeinde in Manhattan zu erfahren (S. 68).

Etwas Sinnerfülltes tun

Die Autorinnen berichten von Untersuchungen, welchen zufolge jene auslandbegleitenden Frauen oder Männer am glücklichsten waren, die „das taten, was sie wirklich wollten – sei es einer Erwerbstätigkeit nachzugehen oder Hausfrau zu sein“ (S. 74).

Um herauszufinden, was man wirklich tun will, soll man in verschiedene Richtungen denken: an berufliche Tätigkeiten, Weiterbildungen, Auslandsschulen, Unis, Informationen und Unterstützer. Die Autorinnen erzählen von der „bunten Nichtkarriere“ eines Juristen, der seiner Frau auf verschiedenen Auslandsstationen folgte. Zuerst wurde er Universitätsdozent, beriet dann Wissenschaftler, machte einen Master, promovierte und unterrichtet mittlerweile an mehreren Unis. Finanziell ist er dabei mitunter von seiner Frau abhängig.

Chancen bei der Rückkehr sehen

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Susanne Reichhardt und Anke Weidling empfehlen eine persönliche SWOT-Analyse, um die Chancen bei der Rückkehr zu nutzen. SWOT steht für Strengths, Weaknesses, Opportunities und Threats – also Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken. Bei der SWOT-Analyse geht es darum, Chancen zu eröffnen und Risiken zu minimieren, indem man seine Stärken ausbaut und seine Schwächen eindämmt.

So könnte man sich z.B. bei der Rückkehr ins Heimatland vornehmen:

© Wirtschaftspsychologie aktuell, 2014. Alle Rechte vorbehalten.

Weiterführende Informationen:

Susanne Reichhardt & Anke Weidling (2014). Gemeinsam ins Ausland und zurück: Workbook für das Leben in der Fremde. Stuttgart: Klett-Cotta. Zur Verlagsseite.

Geprüfte Resilienz-Faktoren, die für Expatriates wichtig sind, beschreibt Dr. Denis Mourlane in der Ausgabe „Leadership und Persönlichkeit.“

Faires Miteinander kann Auslandsentsandte unterstützen, wie Geoffrey Leonardelly und Soo Min Toh von der Universität Toronto feststellten.

Paul Gaugin auf Tahiti, Vladimir Nabokov in den USA, Georg Friedrich Händel in Großbritannien zeigen es: Auslandserfahrung macht kreativ.

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