Strategie: Gesundheitsbefragungen durchführen Rund 1700 Arbeitsstunden leistet ein Angstellter im öffentlichen Dienst pro Jahr. Diese gesund und leistungsfähig auszufüllen, ist nicht immer leicht. Das betriebliche Gesundheitsmanagement soll dieses Bemühen um die eigene Gesundheit unterstützen. Ausgangspunkt für entsprechende Maßnahmen kann eine Mitarbeiterbefragung zur Gesundheit sein. Wie man dabei vorgeht, „wie man ‚richtig‘ fragt und die Antworten sinnvoll auswertet“ (S. 5), zeigt die neue Info-Broschüre „Gute Fragen für mehr Gesundheit“ der Unfallkasse des Bundes. Was bei einer Gesundheitsbefragung wichtig istDie Broschüre, die auf Erfahrungen im öffentlichen Dienst beruht, kann auch von anderen Unternehmen als Richtschnur verwendet werden. Sie erörtert die Probleme zu den wichtigsten Fragen rund um eine groß angelegte Erhebung:
Fragebogen erfasste Kompetenz, Gesundheit und ArbeitDie Broschüre wartet auch mit den Ergebnissen einer Fragebogenstudie auf. Dafür wurden insgesamt 2847 Beschäftigte aus sieben Bundesdienststellen befragt. Der eingesetzte Fragebogen enthielt wissenschaftlich geprüfte Einzelskalen, deren Güte das Institut für Arbeit und Gesundheit (IAG) sicherstellte. Der Fragebogen erfasste:
In der Broschüre ist der vollständige Fragebogen abgedruckt. Einseitige körperliche Beanspruchung und UnterforderungDie Ergebnisse zeigen, dass die meisten Angestellten ihren Gesundheitszustand überdurchschnittlich gut einschätzten. Bei näherem Hinsehen wird allerdings deutlich, dass über die Hälfte über langes Arbeiten am Bildschirm und einseitige körperliche Beanspruchung klagte. Auch die Behördenkultur („Hier werden unabhängig von der Lage langfristige Ziele und Strategien verfolgt.“, S. 55) kam nicht gut weg. Außerdem sahen sich viele bei ihrer Arbeit unterfordert. Das alles wirkte sich wiederum aufs Gesundheitsverhalten und auf die Arbeitszufriedenheit aus. Gesundheitsmanagement nur angerissenWie es nach solch einer Gesundheitsbefragung weitergeht, wird in dem Büchlein leider nur angerissen. Treffend gestehen die Autorinnen zwar ein: „nach der Befragung geht's erst richtig los" (S. 10). Was aber dann genau ansteht, bleibt vage. Hier hätte man sich neben den gängigen allgemeinen Hinweisen - „Feinziele festlegen, Maßnahmen ableiten und umsetzen" (S. 20) - konkrete Maßnahmen gewünscht, die zur Gesundheitsvorsorge infrage kommen. Von diesem Ende her gedacht wäre es sinnvoll, gleich bei der Erhebung die Mitarbeiter zu fragen, was sie von Rückenschule, Bonusprogramm oder Arbeitsgestaltung halten. Wirtschaftspsychologie-aktuell.de Weiterführende Informationen: Unfallkasse des Bundes - Abteilung Arbeitsschutz und Prävention (Hrsg.). (2011). Gute Fragen für mehr Gesundheit. Die Mitarbeiterbefragung der Unfallkasse des Bundes für ein fundiertes Betriebliches Gesundheitsmanagement (PDF). Psychische Belastungen am Arbeitsplatz messen Zur Ausgabe "Erfolgreich führen" Zum Schnupper-Abo der Wirtschaftspsychologie aktuell |
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