Wirtschaftspsychologie aktuell – Zeitschrift für Personal und Management
Neues eDossier: Stress bewältigen
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Gute Psychologen brauchen Frustrationstoleranz

Dr. Rebekka Schulz

Dr. Rebekka Schulz, 31 Jahre, M.Sc. Psychologie mit Schwerpunkt Organisations- und Wirtschaftspsychologie, wissenschaftliche Mitarbeiterin und Projektleiterin beim Projektteam Testentwicklung der ­Ruhr-Universität Bochum; Freiberuflerin unter anderem bei den Bochumer Beratern. Berufliche Schwerpunkte: Diagnostik, Testentwicklung, berufsbezogene Persönlichkeit, Erfassung des Burnout-Risikos.

Was hat Sie in die Personalbranche geführt?
Im Bachelor-Studium habe ich ein Praktikum beim Projektteam Testentwicklung absolviert und einen ersten Einblick in die wissenschaftliche Konstruktion sowie den praktischen Einsatz berufsbezogener Fragebogen im Rahmen von Personalauswahl und -entwicklung erhalten. Damit war mein Interesse geweckt, und ich wählte im Master einen wirtschaftspsychologischen Schwerpunkt. Neben dem vielfältigen und spannenden Aufgabenfeld faszinierte mich dabei vor allem das Potenzial guter Personalarbeit.

Was bedeutet Wirtschaftspsychologie für Sie?
Die Nutzung psychologischer Theorien und Ansätze für organisationsbezogene beziehungsweise personalrelevante Fragen ermöglicht es, die praktische Personalarbeit zu optimieren. Wichtig ist hierbei vor allem, inwiefern der Transfer wissenschaftlich fundierter Erkenntnisse in die Praxis gelingt – auch unter Berücksichtigung vom teils notwendigen Pragmatismus.

Was können gute Psychologen in Unternehmen verändern?
Gut ausgebildete Psychologen können mit ihrem Fachwissen und ihrer Methodenkompetenz einen wertvollen Beitrag für das Personalmanagement leisten. Um Akzeptanz für ihre Arbeit und damit einhergehende Ideen und Veränderungen zu schaffen, ist allerdings häufig ein gewisses Maß an Frustrationstoleranz, Kompromissbereitschaft und Durchhaltevermögen gefragt.

Mit welchem Thema würden Sie sich gern einmal beruflich beschäftigen?
Ich bin sehr dankbar, dass ich beruflich einen recht großen Gestaltungsspielraum besitze. So kann ich meine Schwerpunkte durchaus gemäß meinen Interessen setzen.

Was ärgert Sie in Ihrem Beruf am meisten?
Wenn jemand nicht gewillt ist, sich hinreichend mit seinem Handwerkszeug auseinanderzusetzen.

Was denken Ihre Mitarbeiter über Sie?
In letzter Zeit bekomme ich immer mal wieder den Wink, meinen Schreibtisch aufzuräumen – dort stapelt sich inzwischen einiges. Ansonsten bietet es sich im Sinne des berühmten blinden Flecks wahrscheinlich an, direkt nachzufragen.

Was ist Ihre größte Macke?
Ich habe mir angewöhnt, oft mit einem „Ja, aber“ zu antworten: Von guten Ideen und Vorschlägen lasse ich mich gern überzeugen (daher das „Ja“), suche aber zugleich automatisch nach Gegenargumenten (das „Aber“).

Wie schalten Sie am besten von der Arbeit ab?
Gern mit einer Tasse Tee und einem guten Buch auf dem Sofa, bei Zeit mit Freunden und Familie oder durch Tanzen (Standard und Latein). Ansonsten wirken ein paar Tage Nordseeluft wahre Wunder.

Wenn Sie drei Monate Zeit hätten, was würden Sie machen?
Vielleicht würde ich es dann einmal schaffen, meine To-do-Listen abzuarbeiten.



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