Wirtschaftspsychologie aktuell – Zeitschrift für Personal und Management
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„Führungkräfte verfolgen teils eigene Interessen“

Melanie Maier

Melanie Maier, B. Sc. Psychologie, M. Sc. Wirtschafts-, Organisations- und Sozialpsychologie an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München, Ausbildung zur Wirtschaftsmediatorin, Geschäftsführerin der Maier Personal- und Organisationsberatung, Geschäftsführerin des Münchener Bildungsforums, Trainerin und Dozentin an der LMU und FOM Hochschule München, beruflicher Schwerpunkt: Personalauswahl, Personal- und Organisationentwicklung, Change-Management und Themen wie digitale Transformation und Zukunft der Arbeit.

Was hat Sie in die Personalbranche geführt?
Mein Interesse an Menschen. Was sind ihre Bedürfnisse, Interessen, Motive? Wie findet man die „geeigneten“ Personen für eine Organisation? Wie kann man die Kompetenzen und Fähigkeiten eines Menschen weiterentwickeln? Kann man die Persönlichkeit eines Menschen überhaupt entwickeln? Und ich finde es sehr spannend, die Potenziale einer Person zu entdecken und zu fördern. Der Mensch steht für mich im Mittelpunkt!

Was bedeutet Wirtschaftspsychologie für Sie?
Für Wirtschaftspsychologen spielt der Faktor Mensch eine große Rolle. Schließlich ergibt sich das Verhalten eines Menschen aus der Interaktion zwischen Situation und Person, und genau das versucht Wirtschaftspsychologie zu erklären und vorherzusagen. Durch die Verknüpfung wirtschaftlicher, ökonomischer und personeller Interessen werden nachhaltige Ziele generiert, deren Erreichung für den Erfolg einer Organisation entscheidend ist. So entsteht aus einem Spannungsfeld ein Wachstumsfeld für Unternehmen.

Was können gute Psychologen in Unternehmen verändern?
Entwicklungen können immer auch positiv beeinflusst werden. Wichtig ist, dass wir agieren und nicht reagieren. Proaktivität ist essenziell. Im Zuge der Digitalisierung stehen große Veränderungen an, und es ist auch Aufgabe der Psychologen, diese mitzugestalten. Herausforderungen sollten wir als Chance sehen und nutzen. Ein Psychologe bekommt im Studium wichtiges Handwerkszeug, um gute Personalentscheidungen zu treffen und Menschen weiterzuentwickeln und damit sowohl die Interessen der Organisation als auch die Interessen der einzelnen Menschen zu wahren.

Mit welchem Thema würden Sie sich gern einmal beruflich beschäftigen?
Meine Arbeit ermöglicht es mir, mich permanent mit neuen und zukunftsträchtigen Themen zu beschäftigen. Besonders spannend finde ich das Thema „Zukunft der Arbeit“ – insbesondere die Zukunft der Führung.

Was ärgert Sie in Ihrem Beruf am meisten?
Als externer Berater, Trainer, Business Coach ist man stark abhängig von den Unternehmen. Personelle Umstrukturierungen führen oft zu Entscheidungen, die aus externer Perspektive wenig nachvollziehbar sind. Handeln ist zum Teil positionsgetrieben. Unternehmenspolitik spielt eine große Rolle. Da fühlt man sich manchmal machtlos. Hinzu kommt, dass in den Unternehmen zum Teil Führungskräfte agieren, die ihre Macht vor allem dafür einsetzen, ihre eigenen Interessen zu verfolgen. Ein höchst interessantes Thema, mit dem ich mich aktuell beschäftige. So kann man in der Politik beobachten, dass diese machtorientierten Menschen verstärkt an die Macht gelangen. Leider gibt es dort keine Personalauswahl im klassischen Sinne.

Wie schalten Sie am besten von der Arbeit ab?
Durch Sport – am liebsten draußen. Am Wochenende fahre ich gern in die Berge zum Wandern. Man lernt viel über die Welt und sich selbst, wenn man sich oft in der freien Natur bewegt. Zudem nutze ich Entspannungsverfahren, um abzuschalten.

Wenn Sie drei Monate Zeit hätten, was würden Sie machen?
Ich würde eine Weltreise machen. Erfahrungen prägen uns stark, weshalb man schöne und interessante Erfahrungen sammeln sollte. In unserer globalen Welt ist es essenziell, möglichst viel über fremde Kulturen zu lernen, um Vorurteile abzubauen. Darüber hinaus würde ich sehr gern ein (Fach-)Buch schreiben.



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