Wirtschaftspsychologie aktuell - Zeitschrift für Personal und Management
Nachrichten aus der Wirtschaftspsychologie

2. August 2010

8. Kongress für Wirtschaftspsychologie: Anregungen aus Praxis und Wissenschaft

„Wirtschaftspsychologen brauchen mehr Makro-Kompetenzen“, sagte Ulrich Schweiker, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Universität Heidelberg. Er forderte beim 8. Kongress für Wirtschaftspsychologie, der vom 14. bis 15. Mai in Potsdam stattfand, das Studium stärker transdisziplinär auszurichten und Inhalte aus den Wirtschaftswissenschaften und der Praxis zu integrieren. Notwendig seien zudem ein hoher Gestaltungswille und der theoretisch fundierte Beitrag zur Leistungssteigerung in den Unternehmen. Wie sich Wirtschaftspsychologen noch besser positionieren, war das Leitthema des Kongresses, mit dem sich die rund 270 Teilnehmer auseinandersetzten. Unter dem Motto „Chancen und Herausforderungen der Wirtschaftspsychologie“ wurde eine breite Palette von Vorträgen und Präsentationen zu sieben Bereichen aus der Arbeits-, Organisations-, Markt- und ökonomischen Psychologie geboten. Gut besucht waren die Vorträge zum Thema Coaching, in denen es um Ausbildung, Evaluation oder virtuelles Coaching ging. So berichtete Gabriele Bollhöfer, Personalentwicklerin bei der Großkanzlei Hogan Lovells International, über die Erfahrungen mit internen Coaches. Ebenfalls auf großes Interesse stieß der Block zur eigenen Vermarktung. Dabei erzählte Anne Katrin Matyssek mit großer Offenheit, wie sie sich mithilfe von selbst verlegten Büchern und gezielter PR-Arbeit als Expertin für gesundes Führen positionierte. Gerd Reimann berichtete darüber, wie sein Beratungsunternehmen Gideon zum Marktführer bei der Prävention von Raubüberfällen in Banken geworden ist. Im Mittelpunkt anderer Vorträge standen aktuelle Forschungsergebnisse. So zeigte eine an der Technischen Universität Braunschweig durchgeführte Leadership-Studie, dass sich durch die Krise die Schere zwischen erfolgreichen und weniger erfolgreichen Unternehmen noch vergrößert. Während Erstere auf nachhaltige Entwicklung und Innovation setzen und so ihre Zukunftschancen verbessern, fokussieren sich Letztere auf Kostenreduktion. Der Kongressband ist zu bestellen unter: http://www.psychologenverlag.de/product_info.php/info/p262

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