Wirtschaftspsychologie aktuell - Zeitschrift für Personal und Management
Nachrichten aus der Wirtschaftspsychologie

13. April 2010

Absage an die Frauenquote

Vor kurzem verkündete die Telekom, als erstes der DAX-30-Unternehmen, die Einführung einer Frauenquote. Bis Ende 2015 sollen 30 Prozent der oberen und mittleren Führungspositionen mit Frauen besetzt werden. Nun erteilt der Human Capital Club e.V. (HCC) der Frauenquote eine klare Absage. Der von dem Wirtschaftspsychologen Peter Friederichs gegründete HCC engagiert sich für eine dem Humankapital verpflichtende Unternehmensführung.
 
Eine verordnete Quote könne weder eine fehlende Personalentwicklung noch eine nach klaren Leistungskriterien ausgerichtete Unternehmenskultur ersetzen, erklärt Daniela Sfameni, Vorstandsmitglied des HCC. Das bestätigt eine kürzlich durchgeführte Umfrage der Unternehmensberatung Odgers Berndtson bei 32 von 49 Spitzen-Managerinnen der 500 umsatzstärksten Unternehmen Deutschlands. Danach ist nicht die Unvereinbarkeit von Familie und Beruf der eigentliche Karrierekiller, sondern die Struktur und Kultur in den Unternehmen erweist sich als größte Karrierebremse.

Es gehe also zunächst darum, Bewusstsein und Verständnis für das Thema Gender Diversity zu schaffen und eine Kultur des Miteinanders einzuführen. Diese müsse mit einer stringenten Personalentwicklung flankiert werden. Dazu gehörten zum Beispiel spezifische Führungs- und Verhaltenstrainings, in denen Männern ihre unbewussten geschlechterspezifischen Verhaltensmuster und Glaubensüberzeugungen aufgezeigt und diese konsequent abgebaut werden.

Wirtschaftspsychologie-aktuell.de

Weiterführende Informationen:

Gabriele Stahl, Nicole Mühling, Odgers Berndtson (Hrsg.). (2010). Deutschlands Chefinnen: Wie Frauen es an die Unternehmensspitze schaffen. Zur Studie (PDF).

Mehr zu Karriere-Themen in der Ausgabe "Weiterbildung"

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