Wirtschaftspsychologie aktuell - Zeitschrift für Personal und Management
Nachrichten aus der Wirtschaftspsychologie

9. März 2010

Burnout ist wieder Thema

Im Focus-Titel von dieser Woche "Die Burnout-Gesellschaft" hat Redakteur Frank Gerbert recherchiert, wie Burnout zustande kommt, wie die Symptome aussehen und was man dagegen tun kann. Darin kommt auch der Sozial- und Wirtschaftspsychologe Dieter Frey zu Wort. Er weist auf den Zusammenhang von Stressoren, Anspruchshaltung und Burnout hin und dass Burnout bei Mitarbeitern auch ein Zeichen vom Versagen der Führungskräfte sei. Werner Kissling, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, im Interview: „Manche sagen, um einen Burnout bekommen zu können, muss man vorher ‚gebrannt‘ haben, das heißt, es sind insbesondere die leistungsorientierten, begeisterungsfähigen Persönlichkeiten […], aber prinzipiell kann es natürlich jeden treffen.“

In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung berichtet Georg Meck von einer Jungmanagerin, die nach vielen 14-Stunden-Tagen zusammenbrach. Nach Schätzungen der Betriebskrankenkassen leidet in Deutschland jeder Neunte unter Burnout-Symptomen. Die illustrierenden Abbildungen von Georg Meck beziehen sich dabei auf den Fehlzeiten-Report 2009 des Wissenschaftlichen Instituts der AOK, der den Schwerpunkt „psychische Belastungen“ hatte. Susanne Dietz weist in einem Beitrag der Wirtschaftspsychologie aktuell jedoch darauf hin, dass es weder eine eindeutige Definition des Burnout-Syndroms gibt noch klare Ursachen dafür feststehen. Als Faktorklassen für die Entstehung von Burnout kommen berufliches Umfeld (z.B. Überbelastung), Persönlichkeit (z.B. Gewissenhaftigkeit), privates Umfeld (z.B. Freizeitverhalten) und gesellschaftliche Umwelt (z.B. Instabilität von Unternehmen) infrage.

In der aktuellen Ausgabe des Journal of Vocational Behavior widmen sich mehrere Beiträge den stressbeladenen Konflikten zwischen Familie und Arbeit. Das Autorenteam um Jesse S. Michel stellte in einer Metaanalyse fest, dass Rückhalt in der Familie zu weniger Rollenkonflikten führt. Stacey L. Parker und Kollegen zeigten, dass Personen mit geringer „self-determination“ (geringes Autonomieempfinden und eher abhängiges Verhalten) bei hohen Arbeitsanforderungen gestresster waren und mehr gesundheitliche Probleme hatten. In einer Untersuchung von Ana Isabel Sanz-Vergel und Kollegen ließ sich der Einfluss positiver Emotionen nachweisen. Wenn Freude oder Zufriedenheit kommuniziert wurden, gaben die Teilnehmer weniger Konflikte zwischen Berufs- und Elternrolle an.

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