Wirtschaftspsychologie aktuell - Zeitschrift für Personal und Management
Nachrichten aus der Wirtschaftspsychologie

17. Februar 2010

Schädeldeuter in Aktion

Der Einsatz von unwissenschaftlichen Diagnostik-Methoden ist immer noch erschreckend weit verbreitet. Nun hat die Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern ein Seminar für Unternehmer, Führungskräfte und Personaler über Psycho-Physiognomik angeboten.

"Anhand von Körper- und Gesichtsformen und energetischer Ausstrahlung erkennt die Physiognomik die Charaktereigenschaften und Talente einer Person", heißt es in der Ausschreibung. Die Methode biete die Möglichkeit, "schnell und sicher festzustellen, wie weit z.B. das Anforderungsprofil einer Stelle im Unternehmen und das Persönlichkeitsprofil eines Bewerbers übereinstimmen".
 
Da kommt das neue Buch von Uwe Peter Kanning gerade recht. Unter dem Titel "Von Schädeldeutern und anderen Scharlatanen" (Pabst Science Publishers, Lengerich, 2010) knöpft sich der Professor für Wirtschaftspsychologie an der Fachhochschule Osnabrück nicht nur die Physiognomie, sondern auch die Graphologie, Astrologie und Farbdeutung vor. Alles in allem sei Physiognomik "ein Sammelsurium wirrer Gedanken, falscher Behauptungen und diagnostischer Inkompetenz, die sich eigentlich von allein diskreditiert", resümiert Kanning.  

Bei der IHK hat man das für Anfang März geplante Seminar inzwischen aus dem Programm genommen.

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