Wirtschaftspsychologie aktuell - Zeitschrift für Personal und Management
Nachrichten aus der Wirtschaftspsychologie

17. November 2009

Drohende Entlassungswelle überfordert deutsche Firmen

Viele deutsche Unternehmen sind auf Entlassungen in größerem Ausmaß schlecht vorbereitet. Das ergab die Umfrage der Managementberatung Kienbaum unter fast 200 Unternehmen aus DAX, MDAX, TecDAX und großen Mittelständlern. Rund 40 Prozent der in der Studie „Management von Personalveränderungsprozessen“ befragten Firmen haben keine Erfahrung mit betriebsbedingten Kündigungen oder sind dafür nicht ausreichend gewappnet. Dabei können viele Unternehmen angesichts der auslaufenden Kurzarbeit und weiterhin schlechter Auftragslage Entlassungen nicht mehr verhindern. Immerhin 55 Prozent geben an, betriebsbedingte Kündigungen nur noch maximal ein halbes Jahr aufschieben zu können.

Die DAX-Unternehmen sind im Vergleich zum Mittelstand gut auf die Personalveränderungsprozesse vorbereitet: Insbesondere Großkonzerne haben in den vergangenen Jahren Maßnahmen und Systeme zur kurzfristigen Personalanpassung entwickelt. Großunternehmen verfügen über ein erfahrenes Projektmanagement. Hier sind die Personalabteilungen in der Lage, solche Prozesse eigenständig abzuwickeln. Vor allem der Mittelstand ist jedoch schlecht auf die anstehenden Entlassungen vorbereitet. Dort kommt erschwerend hinzu, dass viele Personalabteilungen zu wenig Kapazität und Know-how für den Personalabbau haben. Beispielsweise stimmt nur knapp ein Drittel der mittelständischen Firmen ihre Geschäftsstrategie mit ihrer Personalstrategie ab. HR-bezogene Risikomanagementsysteme sind im Mittelstand fast überhaupt nicht implementiert.

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