Wirtschaftspsychologie aktuell - Zeitschrift für Personal und Management
Nachrichten aus der Wirtschaftspsychologie

25. Juni 2009

Crash-Coaching-Kurs in der Kritik

Bärbel Schwertfeger befasst sich in einem aktuellen Beitrag im Fachmagazin „Wirtschaft + Weiterbildung“ mit dem in die Kritik geratenen Zertifikatslehrgang „Business-Coach (IHK)“ der IHK Würzburg-Schweinfurt. In nur fünf Tagen (40 Stunden) sollen die Teilnehmer dort Coaching-Kompetenzen erlernen. Damit unterläuft das Konzept deutlich die Mindeststandards des „Roundtable der Deutschen Coaching-Verbände“, die mindestens 150 Präsenzstunden über mehr als sechs Monate, Selbsterfahrungsanteile und mindestens zwei Drittel übende Elemente vorsehen. Die Themen (u.a. „Selbstmordwörter“, „Raum- und Dissonanzzonen“, „Walt-Disney-Strategie“) entbehren zudem eines schlüssigen, theoretisch fundierten Konzepts. Kritik kommt dabei auch vom DBVC – Deutscher Bundesverband Coaching, der bemängelt, dass die Mini-Weiterbildung als Ausbildung bezeichnet wird und mit einem Zertifikat wirbt. Auch Thordis Betlehem, Vizepräsidentin des Berufsverbands Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) in Berlin, äußert sich kritisch: „Eine IHK-Ausbildung genießt allgemein Vertrauen. Umso fataler ist es, dass ein dermaßen unseriöses Angebot unter dem IHK-Dach angeboten und noch mit Zertifizierungsprüfung abgeschlossen wird“ (S. 60).

Wirtschaftspsychologie-aktuell.de

Schwertfeger, B. (2009). „Schnellbleiche“ zum Business-Coach. Wirtschaft + Weiterbildung, 6/2009, 58-60. Zur Website des Fachmagazins.



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