Wirtschaftspsychologie aktuell - Zeitschrift für Personal und Management

Nachrichten aus der Wirtschaftspsychologie

29. April 2009
Altersteilzeit wird nicht mehr befürwortet
Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), die Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, befürwortet nicht länger das Modell der Altersteilzeit in heutiger Form. Das ist die Schlussfolgerung einer Studie zur Altersteilzeit, die das IAB gerade vorgelegt hat. Die Gründe, weshalb Alterteilzeit nicht zukunftsgerecht ist: 1) 90 Prozent der in Altersteilzeit Arbeitenden nutzen das Modell zum vorzeitigen Ausstieg aus dem Beruf. Im sogenannten Blockmodell arbeiten sie die erste Hälfte der Zeit voll, die andere Hälfte sind sie freigestellt. 2) Vorwiegend nutzen Altersteilzeit Angestellte in Büroberufen, aber weniger Arbeiter, da sich diese die Altersteilzeit nicht leisten können. 3) Altersteilzeit ist weniger in kleinen Betrieben verbreitet, in denen allerdings die meisten Älteren arbeiten. 4) Zwei Drittel der Betriebe verzichten darauf, für den Mitarbeiter in Altersteilzeit einen bezuschussten Auszubildenden oder Arbeitslosen einzustellen. Damit ist Altersteilzeit vor allem sozialverträglicher Personalabbau. Alles in allem setzt Altersteilzeit die falschen Signale in einer immer älter werden Leistungsgesellschaft. "Nicht der vorzeitige Ausstieg aus dem Erwerbsleben, sonder der lange Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit sollte gefördert werden“, so Susanne Wagner, wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Forschungsgruppe "Arbeitszeit und Arbeitsmarkt“ im IAB.

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Susanne Wagner (2009). Altersteilzeit: Beliebt, aber nicht zukunftsgerecht. IAB-Kurzbericht, 8/2009, 1-12. Online (PDF).

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