Nachrichten
aus der Wirtschaftspsychologie
22. April 2009
Arbeitsmotivation ändert sich im Alter kaum
Ältere
Arbeitnehmer unterscheiden sich gegenüber jüngeren nur geringfügig
hinsichtlich ihrer arbeitsbezogenen Motivation. Zu diesem Ergebnis
kommen Ilke Inceoglu von SHL – einem europaweiten Anbieter von
Eignungstests – und ihre Mitarbeiter in einer Studie mit insgesamt 7644
Arbeitnehmern aus Dänemark, Deutschland, den Niederlanden, Norwegen und
Schweden. Die Studie wurde im aktuellen Themenheft „Demographic Change
in Work Organizations“ der Zeitschrift für Personalpsychologie
veröffentlicht. Die Teilnehmer füllten online den SHL Motivation
Questionnaire aus. Dieser erfasste 18 zentrale arbeitsbezogene
Motivationen in entsprechenden Skalen (z.B. Motivation hinsichtlich
Aktivität, Leistung, Wettbewerb, persönliche Prinzipien,
Kompetenzentwicklung, Autonomie oder beruflichem Erfolg). In nur fünf
dieser 18 Skalen zeigten sich alterspezifische Unterschiede mit kleinen
Effektstärken. Die Motivation für persönliche Prinzipien (Ideale haben,
sich an hohen ethischen Standards und Qualitätsprinzipien orientieren)
und für Autonomie stieg mit zunehmendem Alter, während die Motivation
für die eigene Kompetenzentwicklung (Gelegenheiten zu Fort- und
Weiterbildung nutzen), für beruflichen Erfolg und für den Wettbewerb
mit anderen bei Älteren abnahm. Diese Ergebnisse stehen im Einklang mit
bisherigen Annahmen, dass es im Alter eine Motivationsverlagerung, aber
keinen generellen Motivationsverlust gibt. Eine extrinsische und
nutzenorientierte Motivation nimmt bei Älteren ab. Dafür wird ihre
intrinsische Motivation stärker, die sich am Selbstkonzept und den
eigenen Lebensentwürfen orientiert. Die Ergebnisse haben aus Sicht der
Autoren aber nur geringe praktische Relevanz, weil die Effektgrößen
sehr klein waren.
Wirtschaftspsychologie-aktuell.de
Ilke Inceoglu, Jesse
Segers, Dave Bartram, Daniël Vloeberghs (2009). Age differences in work
motivation in a sample from five northern European countries.
Zeitschrift für Personalpsychologie, 8, 59-70.
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