Wirtschaftspsychologie aktuell - Zeitschrift für Personal und Management
Nachrichten aus der Wirtschaftspsychologie

17. April 2009
Nur jeder achte klagt nach Kündigung
Wenn Arbeitgeber Arbeitsverhältnisse beenden, läuft das für sie zumeist relativ konfliktarm und ohne hohe Kosten ab. Das zeigt eine repräsentative Befragung im Auftrag des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) in der gewerkschaftsnahen Hans Böckler Stiftung. Nur 16 Prozent der vom Arbeitgeber Gekündigten erhalten eine Abfindung, lediglich gegen zwölf Prozent der Kündigungen durch Arbeitgeber wird geklagt. „Trotz intensiver Diskussionen um den Kündigungsschutz und um Abfindungen sind die Klage- und Abfindungszahlen erstaunlich stabil“, so die zusammenfassenden Ergebnisse der Studie, die von einer Forscherinnengruppe um die Arbeitsrechtlerin Heide Pfarr durchgeführt wurde. In der Untersuchung 2001 betrug die Klagequote elf Prozent, 2008 ein Prozent mehr. Auch die WSI-Befragung  der Personalleiter zur betrieblichen Personalpolitik brachte ein ähnliches Ergebnis: Hier ergab sich für die Jahre 1998 bis 2003 eine Klagequote von 15 Prozent. Eine repräsentative Befragung der Universität Hamburg von 2007 ergab zudem, dass nur 10,5 Prozent der Personalleiter in den vergangenen drei Jahren wegen des Kündigungsschutzgesetzes auf Kündigungen verzichtet haben. Gut 16 Prozent der Befragten gaben an, wegen des Gesetzes von Einstellungen abgesehen zu haben. 
Wirtschaftspsychologie aktuell 1/09


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