Wirtschaftspsychologie aktuell - Zeitschrift für Personal und Management
Nachrichten aus der Wirtschaftspsychologie

3. März 2009
Neue Kurzskala zur Ausgrenzung am Arbeitsplatz
Wenn man von Kollegen gemieden wird, ist das oft eine traumatische Erfahrung für den Mitarbeiter. Bislang wurde diese Ausgrenzung am Arbeitsplatz in der arbeitspsychologischen Forschung eher am Rande oder als Teil anderer Konzepte (Aggression, Mobbing) behandelt. Lance Ferris und seine Kollegen von der University of Waterloo in Kanada haben nun erstmals dieses Phänomen ausführlich untersucht. Sie haben die Kursskala „Workpace Ostracism Scale“ entwickelt und diese an sechs Teilstichproben mit insgesamt 822 Personen getestet. Ihre Ergebnisse haben sie in der letzten Ausgabe des Journal of Applied Psychology veröffentlicht. Insgesamt enthält die Skala zehn Items zu Aussagen, die auf einer numerischen Skala von 1 (nie) bis 7 (immer), beantwortet werden sollen. Die Items lauten beispielsweise: „Andere ignorieren Sie an der Arbeit“, „Wenn Sie grüßen, wird das nicht erwidert“, „Sie werden von den Kollegen behandelt, als wären Sie nicht anwesend.“ Die Skala korreliert mit Unternehmensnormen (r = -.63), wahrgenommener Gerechtigkeit (-.62) und sozialer Isolierung (.56). Zudem geht sie in negativem Zusammenhang mit Selbstbewusstsein (-.41) und Arbeitszufriedenheit (-.35) und in positivem Zusammenhang mit unternehmensschädigendem Verhalten im Selbstbericht (.61) einher. Zur Zeitschrift.
tf / D. Lance Ferris, Douglas J. Brown, Joseph W. Berry, Huiwen Lian (2008). The development and validation of the Workplace Ostracism Scale. Journal of Applied Psychology. 93, 1348-1366.


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