Wirtschaftspsychologie aktuell - Zeitschrift für Personal und Management
Nachrichten aus der Wirtschaftspsychologie

5. Februar 2009
Neuroökonomische Erklärungen zur Wirtschaftskrise
Paul Zak, studierter Ökonom und Mathematiker, ist der Gründer des Center for Neuroeconomics an der Claremont Graduate University in Kalifornien und einer Vorreiter auf dem Gebiet der Neuroökonomie. In der aktuellen Ausgabe des „Monitor on Psychologie“ zeigt er in einem Interview neuropsychologische und neuroökonomische Erklärungsansätze zur weltweiten Wirtschaftskrise auf. Einen Auslöser der US-amerikanischen Hypothekenkrise sieht Zak darin, dass sich der Einzelne an dem Verhalten der Masse orientierte. Insbesondere wenn der Markt wenig transparent ist, verlasse man sich bei seinen privaten Kaufentscheidungen häufig auf diesen „Herdentrieb“. Scheinbar erfolgreiche Investitionen könnten sich zu einer Art Rausch steigern, bei der das dopaminerge Belohnungszentrum eine entscheidende Rolle spielt. Man sei bei dessen Überaktivierung gewillt, sich künftig weiterhin zu riskanten Zukäufen verleiten zu lassen. Wenn man die Risiken bewusst wahrnimmt,  gäbe es aber nur eine Handlungsaufforderung: die unangenehme Umgebung schnellstmöglich zu verlassen. Um solch eine negative Überreaktion des Dopaminsystems in Krisenzeiten zu vermeiden, sei es laut Zak wichtig, dass man sich gegenüber allzu häufigen negativen Reizen abschirmt. Oft könne eine kleine Auszeit, eine Arbeitspause oder der Verzicht auf die immer gleichen Sensationsmeldungen im Fernsehen Kurzschlusshandlungen vermeiden helfen. Zum Interview.
tf / Michael Price (2009). Neuroeconomics pioneer Paul Zak explains the behaviors the led to our economic crisis. Monitor on Psychology, 40 (1), 28.
 

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