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aus der Wirtschaftspsychologie
19. Januar 2009 Risiko Altersarmut Das Risiko für Altersarmut künftiger Rentner wird unterschätzt, und der Alterssicherung fehlt ein klares Ziel – so die Schlussfolgerungen eines aktuellen Gutachtens der beiden Expertinnen für Sozialpolitik Prof. Dr. Barbara Riedmüller und Michaela Willert von der Freien Universität Berlin. In ihrem Gutachten, das von der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung gefördert wurde, untersuchten die Autorinnen den Alterssicherungsbericht 2005 der Bundesregierung sowie die Studie Altersvorsorge in Deutschland (AVID). Die Autorinnen weisen darauf hin, dass im Alterssicherungsbericht nicht auf Armut und Sozialhilfebezug von Rentnern eingegangen werde. Als Berechnungsbasis dienten sehr lange Erwerbszeiten von 45 Jahren ohne Arbeitslosigkeit, Riester-Vorsorge und eine zusätzliche Privatrente. Die Realität sehe allerdings anders aus. Besonders Geringverdiener seien oft von Arbeitslosigkeit bedroht. Die AVID-Studie klammere das Problem aus, dass Geringverdiener prozentual gesehen weniger Rente bekommen als Besserverdiener, was einmalig in westlichen Industrieländern ist. Andere europäische Staaten diskutierten hingegen, Erwerbstätige mit Niedriglohn später bei der Rente zu begünstigen. So schlägt der Schweizer Nationalrat z.B. vor, Geringverdienern im Alter 80 Prozent statt 60 Prozent des früheren Lohns zukommen zu lassen. Das Fazit der beiden Autorinnen: Die deutsche Rentenpolitik konzentriert sich darauf, Ausgaben und Beitragssätze zu begrenzen, verfehlt damit jedoch ihr eigentliches Ziel, den Einkommensausfall im Alter abzusichern. Zur Studie (PDF). tf / Barbara Riedmüller, Michaela Willert (2008). Die Zukunft der Alterssicherung: Analyse und Dokumentation der Datengrundlage aktueller Rentenpolitik. Gutachten im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung. Düsseldorf: Hans-Böckler-Stiftung. Zum Archiv |
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