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Nachrichten aus der Wirtschaftspsychologie

21. August 2017

Stress im Job trifft Junge häufiger

Lesen Sie hier zwei Ausgaben.Die Mehrheit der Arbeitnehmer in Deutschland leidet unter Stress im Job. Alarmierende 71 Prozent kennen sogar das Gefühl, im Arbeitsalltag größerer psychischer Belastung ausgesetzt zu sein, als gesundheitlich gut für sie wäre. Das bestätigt eine aktuelle Ipsos-Umfrage im Auftrag der Allianz. Befragt wurden 1.000 Arbeitnehmer im Alter von 18 bis 65 Jahren. Hauptursachen für die Belastung sind für alle Befragten ein hohes Arbeitsaufkommen und die Zusammenarbeit mit Kollegen und Vorgesetzten. Dabei gibt es auffällige Unterschiede zwischen jüngeren und älteren Arbeitnehmern.

Beschleunigte Lebenswelt

So fühlen sich jüngere Arbeitnehmer durch ihren Job gestresster als ihre älteren Kollegen. Die psychische Belastung ist bei vielen Jüngeren so hoch, dass 53 Prozent schon einmal in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt waren. Bei den Älteren sind es „nur“ 46 Prozent. Kein Wunder, dass bereits 56 Prozent der Jüngeren mit dem Gedanken spielten, die Arbeitszeit zu reduzieren oder den Arbeitgeber zu wechseln. Bei den Älteren sind es mit 39 Prozent deutlich weniger. Die Ärztin und Psychotherapeutin Nilufar Heydari überrascht das nicht: „Stress ist auch ein Zeichen einer beschleunigten Lebenswelt, und das betrifft verstärkt die junge Generation." So biete auch das Privatleben oft keine Entspannung mehr, da viele dank Facebook, WhatsApp und Co. permanent auf Abruf sind. Zwar falle es heute vielen generell schwer, einmal abzuschalten. Die ältere Generation lasse sich aber nicht so schnell aus der Ruhe bringen.

Schlechter Schlaf als Folge

Das erklärt wohl auch, dass 50 Prozent der Jüngeren wegen zu hoher Belastung im Job schlechter schlafen. Bei den Älteren betrifft das mit 38 Prozent deutlich weniger Arbeitnehmer. Ältere setzten privat deutlicher Prioritäten, was ihnen in ihrer Freizeit wirklich wichtig ist und wo sie vielleicht nicht unbedingt „dabei sein“ müssen, erklärt Heydari. Zudem würden ihnen Routine und Erfahrungen helfen, die Belastungen im Job zu kompensieren.

Unternehmen müssen offen für Probleme sein

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Auch wenn ältere Mitarbeiter gelassener als ihre jüngeren Kollegen sind, Stress und psychische Belastungen im Job betreffen alle Altersgruppen. Die große Herausforderung für Unternehmen sei es, dies zu erkennen, um dem Betroffenen zu helfen. Denn nur 26 Prozent der Befragten vertrauen sich dabei ihrem Chef an. Allianz-Expertin Heydari empfiehlt Unternehmen, offen für die Probleme ihrer Mitarbeiter zu sein. Unternehmen müssten sich bewusst sein, dass ihre Mitarbeiter stärkeren psychischen Belastungen ausgesetzt sind als noch vor 20 Jahren. Wer als Chef diese Tatsachen im Hinterkopf habe und Hilfsangebote mache, trage schon viel zur Gesundheit in seinem Betrieb bei.

© Wirtschaftspsychologie aktuell, 2017. Alle Rechte vorbehalten.

Weiterführende Informationen:
www.allianzdeutschland.de/resilienz-juengere-leiden-haeufiger-unter-stress-im-job-und-heftiger/id_79709956/index

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