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Nachrichten aus der Wirtschaftspsychologie

18. Juli 2017

Risikobereitschaft fördert Jobwechsel

Lesen Sie hier zwei Ausgaben.Je risikoscheuer, desto seltener entscheiden sich Beschäftigte für einen Jobwechsel in den ersten Jahren des Berufslebens. Zu diesem Ergebnis kommt eine empirische Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Mannheim. Untersucht wurde, wie sich die Risikoeinstellung von Beschäftigten zu Beginn ihres Berufslebens auf die Zahl der Jobwechsel und die damit verbundene Lohnentwicklung auswirkt.

Viele unbekannte Faktoren beim Wechsel

Die ZEW-Studie betrachtete anhand von Daten des Sozio-Oekonomischen Panels (SOEP), ob und wie häufig Berufseinsteiger/innen in den ersten sieben Jahren ihres Berufslebens aus eigenem Antrieb die Stelle wechselten. Sie ergab: Risikoscheue Personen haben in diesen sieben Jahren durchschnittlich weniger häufig den Job gewechselt als risikofreudige Personen. Die Entscheidung, den Job zu wechseln, sich finanziell zwar zu verbessern, jedoch die Möglichkeiten der Beförderung, die tatsächliche Länge der Arbeitszeit nicht zu kennen oder auch die Zusammenarbeit mit Vorgesetzten und Kollegen/-innen nicht vorhersehen zu können, lässt Menschen mit geringer Risikobereitschaft eher ausharren.

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Der einzige weitere Faktor außer der Risikopräferenz, der die Häufigkeit des Stellenwechsels beeinflusste, ist der Studie zufolge das Lohnniveau der Beschäftigten beim ersten Arbeitgeber. Weitere Startbedingungen, wie Alter und Zufriedenheit im ersten Job sowie die Befristung des Arbeitsverhältnisses spielten keine Rolle. Dr. Michael Maier, Wissenschaftler im ZEW-Forschungsbereich „Arbeitsmärkte, Personalmanagement und Soziale Sicherung“ und Mitautor der Studie, ist überzeugt, dass Unterschiede bei den Lohnzuwächsen von Berufseinsteigern direkt auf die Entscheidung für oder gegen einen Jobwechsel in Verbindung mit der Risikoeinstellung zurückgeführt werden können. Risikoscheue Beschäftigte, so lässt sich aus der Studie ablesen, wagten den Jobwechsel erst bei höheren Lohnzuwächsen als risikofreudige Beschäftige. „Dieser Unterschied im Lohnzuwachs in Verbindung mit einem Jobwechsel kann mit einer höheren Kompensation erklärt werden, die risikoscheue Beschäftigte aufgrund der erwähnten Unsicherheiten beim Wechsel zu einem anderen Unternehmen“, sagt Maier.

© Wirtschaftspsychologie aktuell, 2017. Alle Rechte vorbehalten.

Weiterführende Informationen:

http://www.zew.de/de/presse/pressearchiv/risikoeinstellung-von-berufsanfaengern-bedingt-jobwechsel-und-lohnwachstum/?cHash=0e0ce8723cb08018fd8f2b5364264dff

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