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Nachrichten aus der Wirtschaftspsychologie

27. Juni 2017

Überstunden sind schädlich für die Gesundheit

Lesen Sie hier zwei Ausgaben.Die gute Nachricht: 62 Prozent der Beschäftigten in Deutschland bewerten ihren allgemeinen Gesundheitszustand als sehr gut. Nur 12 Prozent nennen ihn „sehr schlecht“. Deutlich wird an dem Mitte Mai veröffentlichten Arbeitszeitreport der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin  (BAuA) ein Zusammenhang von der Länge der Arbeitszeit und der Gesundheit. Datengrundlage für den BAuA-Report ist eine repräsentative Arbeitszeitbefragung unter 20.000 Erwerbstätigen in Deutschland.

Mehrarbeit versursacht körperliche und psychische Beschwerden

Menschen, die länger als vertraglich vereinbart arbeiten, klagen signifikant öfter über „körperliche Erschöpfung, Niedergeschlagenheit, Müdigkeit/Erschöpfung, Schlafstörungen sowie Rücken- und Kreuzschmerzen“, so der Bericht. Nur 53 Prozent der Beschäftigten arbeiten nicht oder kaum mehr als vertraglich vereinbart. Bei 15 Prozent fallen zwischen 5 und 10 Überstunden an, bei 9 Prozent mehr als 10. Die Gründe liegen der Studie zufolge u.a. darin, dass die Arbeit in der Regelarbeitszeit nicht zu schaffen ist. Die Betroffenen berichten deutlich häufiger von Termin- und Leistungsdruck (76 Prozent). Überdurchschnittlich viele geben außerdem an, sich durch die Arbeitsmenge bzw. das Arbeitspensum überfordert zu fühlen (27 Prozent). Es kommt hinzu, dass körperliche und psychische Beschwerden umso häufiger auftreten, je mehr Überstunden geleistet werden.

Wochenendarbeitszeit ist, da sie sozial wertvolle Zeiten besetzt, mit besonders hoher Beanspruchung hinsichtlich Gesundheit und Zufriedenheit assoziiert. 43 Prozent der Beschäftigten arbeiten mindestens einmal im Monat am Wochenende. Mehr als die Hälfte aus dieser Gruppe arbeitet nicht nur an Samstagen, sondern auch an Sonn- und Feiertagen.

Selbstbestimmung erhöht Gesundheit und Work-Life-Balance

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Flexibilitätsmöglichkeiten im Sinne einer teilweisen Selbstbestimmung über Arbeits- und Freizeitphasen gehen – so ergab die Studie – mit einer besseren Gesundheit und Work-Life-Balance einher. Ganz anders sieht das aus, wenn die Flexibilität in „Arbeit auf Abruf“  oder einer anderen Variante von Nicht-Vorhersehbarkeit besteht. Diese sehr kurzfristigen Änderungen der Arbeitszeit stehen in direktem Zusammenhang mit einer schlechteren Einschätzung des Gesundheitszustands.

© Wirtschaftspsychologie aktuell, 2017. Alle Rechte vorbehalten.

Weiterführende Informationen:

https://www.baua.de/DE/Angebote/Publikationen/Berichte/F2398.html

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