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Nachrichten aus der Wirtschaftspsychologie

1. März 2017

Frauen arbeiten häufiger in Teilzeit

Die meisten Teilzeitbeschäftigten sind Frauen. Führungskräfte arbeiten deutlich weniger in Teilzeit als Mitarbeiter ohne Leitungsaufgaben. In Deutschland unterscheiden sich Arbeitsstunden von Frauen und Männern deutlich, so eine neue Studie.

Viele Frauen, wenige Führungskräfte

Lesen Sie hier zwei Ausgaben.2015 waren rund 81 Prozent der Teilzeitbeschäftigten Frauen. Der Anteil der Teilzeitbeschäftigten mit Management- oder weitergehenden Führungsaufgaben lag bei knapp 11 Prozent, bei herausgehobenen Führungsposten bei nur 6,5 Prozent. Bei Stellen ohne Führungsaufgaben lag der Teilzeitanteil bei rund 28 Prozent. Das zeigt eine neue Studie von Yvonne Lott, Arbeitszeitexpertin der Hans-Böckler-Stiftung. Selbst in den Niederlanden, dem Land mit der längsten Teilzeittradition in Europa, lag der Anteil Teilzeitbeschäftigter in Führungspositionen bei nur 12 Prozent.

Regelungen erreichen Beschäftigte nicht

Für ihre Überblicksuntersuchung hat die Arbeitszeitforscherin zahlreiche aktuelle Studien der Hans-Böckler-Stiftung und von anderen Wissenschaftlern ausgewertet. In der Gesamtschau ergibt sich für Deutschland das Bild einer oft widersprüchlichen Übergangsphase. Yvonne Lott schreibt: „Auf der einen Seite bestehen bereits verschiedene, teilweise sehr innovative gesetzliche, tarifliche und betriebliche Arbeitszeitregelungen, die zu einer lebensphasenorientierten Arbeitszeitpolitik beitragen können. Auf der anderen Seite erreichen diese Regelungen jedoch nicht alle Beschäftigtengruppen und können mit negativen Folgen für die Beschäftigten verbunden sein.“

Teilzeit durch Ehegattensplitting

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Zu den wichtigsten Hürden zählt die Wissenschaftlerin dünne Personaldecken in den Betrieben und Widerstände von Vorgesetzten. Aber auch unzureichende Kinderbetreuung und steuerliche Anreize wirken sich negativ aus. In Ländern mit Ehegattensplitting ist der Abstand zwischen den Arbeitszeiten von Frauen und Männern in Partnerschaften deutlich größer als in Staaten mit individueller Besteuerung. So arbeiten Frauen in Deutschland durchschnittlich mehr als 16 Stunden weniger als ihr männlicher Partner. Das ist der drittgrößte Rückstand unter den 28 EU-Ländern nach Malta und Italien.

© Wirtschaftspsychologie aktuell, 2017. Alle Rechte vorbehalten.

Weiterführende Informationen:

Yvonne Lott (2017). Flexible Arbeitszeiten: Eine Gerechtigkeitsfrage? [PDF]. Report Forschungsförderung, Nummer 1, Januar 2017. Düsseldorf: Hans-Böckler-Stiftung.

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