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Nachrichten aus der Wirtschaftspsychologie

2. April 2015

Gen für rücksichtsloses Machtstreben entdeckt

Psychologen haben ein Gen für rücksichtsloses Machtstreben entdeckt. Es steuert den Botenstoff Dopamin im Gehirn.

Rücksichtslos an die Macht

Alle Hefte im ÜberblickEine Forschergruppe um den Biopsychologen Christian Montag von der Universität Ulm befragte 630 Studenten. Sie kreuzten einen Fragebogen zum Machiavellismus an. Diese Persönlichkeitseigenschaft ist nach dem italienischen Philosophen Niccolò Machiavelli benannt, der 1513 mit „Der Fürst“ eine Anleitung zur Machtpolitik schrieb.

Eine Person mit hoher machiavellistischer Ausprägung strebt rücksichtslos nach Macht. Für das Ziel, die eigene Machtposition zu sichern, ist sie bereit, unmoralisch zu handeln.

Außerdem gaben die Studenten an, ob sie schizotyp – also exzentrisch und abweisend – waren oder nicht. Schließlich wurde geschaut, ob sie eine Genvariante besaßen, das für den Rezeptor des Gehirnbotenstoffs Dopamin zuständig ist.

Gen ging mit Machtgier und Exzentrik einher

Ergebnis: Machtgierige waren öfter schizotyp, hatten häufiger das Dopamin-Gen „DRD3-Ser9Gly“ und waren eher Männer. Männer mit der Genvariante waren also besonders gefährdet, skrupellose Machtstrategen zu werden.

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Christian Montag sagt: „Unsere Studie zeigt erstmals, dass der Botenstoff Dopamin eine wichtige Rolle bei der Persönlichkeitsausprägung Machiavellismus spielt.“ Er betont jedoch, dass viele weitere Gene und Umweltfaktoren Persönlichkeitsmerkmale bestimmen.

© Wirtschaftspsychologie aktuell, 2015. Alle Rechte vorbehalten.

Weiterführende Informationen:

Christian Montag, Jeremy Hall, Thomas Plieger, Andrea Felten, Sebastian Markett, Martin Melchers & Martin Reuter (2015). The DRD3 Ser9Gly polymorphism, Machiavellianism, and its link to schizotypal personality [Abstract]. Journal of Neuroscience, Psychology, and Economics, 8 (1), 48-57.

Problematische Führung: Der Chef ist machtgierig (Machiavellismus), selbstverliebt (Narzissmus) oder nutzt andere aus und manipuliert (Psychopathie).

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