Wirtschaftspsychologie aktuell - Zeitschrift für Personal und Management

Nachrichten aus der Wirtschaftspsychologie

14. Mai 2013

Mehr Armut unter Erwerbstätigen

2010 gab es in Deutschland mehr Erwerbstätige, die in die Kategorie „arm“ fielen, als noch vor sechs Jahren. Das ist das Ergebnis einer neuen Auswertung von Daten aus der Europäischen Union. Außerdem führte Deutschland die EU-Statik mit den meisten armen Arbeitslosen an.

Armutsdaten aus der EU ausgewertet

Die Ergebnisse beruhen auf einer Auswertung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (SWI) der Hans-Böckler-Stiftung. Grundlage waren Erhebungen der EU-Statistikbehörde Eurostat mit jüngsten Daten aus dem Jahr 2010.

Armut unter Erwerbstätigen und Arbeitslosen

Insgesamt zeigte sich, dass 2010 die Armut in Deutschland zunahm:

  • 7,7 Prozent der Erwerbstätigen waren danach arm, das heißt sie verdienten weniger als 60 Prozent des mittleren Nettoeinkommens oder weniger als 952 Euro im Monat. Damit stieg die Quote der „Working Poor“ gegenüber 2004 um 2,9 Prozentpunkte an. EU-weit lag Deutschland dabei im Mittelfeld.
  • 67,7 Prozent der Arbeitslosen galten 2010 als arm, was einer leichten Abnahme gegenüber 2009 entspricht. EU-weit war das allerdings der höchste Wert. Durchschnittlich hatten in der EU 46,3 Prozent der Arbeitslosen weniger als 60 Prozent des Nettoeinkommens zur Verfügung und waren arm.
  • 19 Prozent der Arbeitslosen in Deutschland hatten 2010 weniger als 40 Prozent des durchschnittlichen Einkommens zur Verfügung und fielen damit in die Kategorie „strenge Armut“.

© Wirtschaftspsychologie aktuell, 2013. Alle Rechte vorbehalten.

Weiterführende Informationen:

Eric Seils & Hans-Böckler-Stiftung. (2013). Deutschland: Ohne Job arm dran [PDF]. Böcklerimpuls 6/2013.

Armut nimmt in Deutschland stark zu

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