Nachrichten aus der Wirtschaftspsychologie 16. Juli 2012 Virtuelle Führung: ein Drittel arbeitet im Smartphone-BüroEin Drittel aller Mitarbeiter arbeitet in virtuellen Teams. Die Führungskräfte erleben virtuelle Führung effektiver als die Mitarbeiter. Bei der Nutzung der Medien – vorwiegend Smartphones – werden Vor- und Nachteile gesehen. Zukünftig erwarten 80 Prozent eine größere Belastung, wenn sie immer erreichbar sein müssen. Andererseits hoffen sie, durch virtuelle Zusammenarbeit beweglicher zu werden. Das sind die Hauptergebnisse der Studie „Führungsraum: Im Spannungsfeld von Regulierung, Virtualisierung und dem Kampf um Talente“ der Managementberatung ComTeam. Für sie wurden im April 2012 insgesamt 446 Führungskräfte, Geschäftsführer und Mitarbeiter im deutschsprachigen Raum befragt. Führung allgemeinDie Frage „Ist die Führungsrolle in den letzten fünf Jahren mehr oder weniger attraktiv geworden?“ beantworten ältere Führungskräfte pessimistischer als jüngere. Über 60 Prozent der älteren Teamleiter meinen, dass sie weniger attraktiv geworden ist oder sich nichts verändert hat. Die Mehrheit der jüngeren Teamleiter ist der Meinung, dass ihre eigene Führungsrolle attraktiver geworden ist. Die wichtigsten fünf Kompetenzen sind für Führungskräfte (mit abnehmender Bedeutung):
Virtuelle FührungRund ein Drittel der Befragten gibt an, in virtuellen Teams zu arbeiten, also nicht durch persönlichen Kontakt, sondern durch elektronische Hilfsmittel zu führen oder geführt zu werden. Die weiteren Ergebnisse zur virtuellen Führung: Erlebte Effektivität. Ca. 30 Prozent der Führungskräfte, aber nur ca. 20 Prozent der Mitarbeiter erleben virtuelle Führung als effektiv. Vorteile. Als Vorteile werden gesehen, dass die Technologie nutzbringend ist (fast 60 Prozent), dass Kosten eingespart werden (fast 50 Prozent) oder dass attraktivere Arbeitsformen denkbar sind (fast 40 Prozent). Nachteile. Als Nachteile virtueller Führung wurden genannt: man ist davon abhängig, ob die Technik funktioniert (über 60 Prozent), persönliche Kommunikation wird erschwert (fast 60 Prozent), es kommt zu mehr Missverständnissen und Konflikten (40 Prozent). Regionen. 47 Prozent arbeiten in globalen virtuellen Teams, 30 Prozent in Teams, die im eigenen Land verteilt sind, und 23 Prozent in europäischen virtuellen Arbeitsgruppen. Medien und Geräte. Die Medien, die häufig oder sehr häufig zur Kommunikation und zur virtuellen Führung von Mitarbeitern eingesetzt werden, sind Smartphones (62 Prozent), Telefonkonferenzsysteme (54 Prozent), analoge Medien wie Wandtafel oder Post-it (28 Prozent), Videokonferenzsysteme (24 Prozent), Messenger/Chat (19 Prozent) und Social Media (17 Prozent). In Zukunft sollen Smartphones, Tabletcomputer und Videokonferenzen am eigenen Computer noch wichtiger werden. Medienkompetenz. Die größte Kompetenz, mit neuen Medien umzugehen, attestieren die Befragten jungen Führungskräften (über 80 Prozent), Fachkräften (über 50 Prozent) und sich selbst (knapp 50 Prozent). Zukunft. Auf die Frage „Was werden die neuen Medien und Arbeitsformen für Unternehmen bringen?“ werden nächst zwei negative Aspekte genannt: Belastung durch „allways-on“ (80 Prozent) und Informationsüberflutung (knapp 80 Prozent). Seltener werden positive Aspekte aufgezählt: mehr Freiheit und Beweglichkeit, besseres Wissensmanagement und schnellere Ergebnisse (jeweils rund 60 Prozent). Wirtschaftspsychologie-aktuell.de Weiterführende Informationen: ComTeam AG (Hrsg.). (2012). Führungsraum: Im Spannungsfeld von Regulierung, Virtualisierung und dem Kampf um Talente. ComTeam-Studie 2012 [PDF].Zur Ausgabe "Strategien gegen Burnout"Zum Schnupper-Abo der Wirtschaftspsychologie aktuell |
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