Nachrichten aus der Wirtschaftspsychologie 17. April 2012 Deutsche Arbeitnehmer sind optimistisch und motiviert Im europäischen Vergleich blicken deutsche Arbeitnehmer überdurchschnittlich positiv in die Zukunft und sind besonders motiviert. Zu diesen Ergebnissen kommt eine repräsentative Online-Studie, die im Auftrag von Edenred, einer Beratungsfirma für Mitarbeitermotivation, bereits zum zweiten Mal durchgeführt wurde. Dabei wurden 1.500 Arbeitnehmer in sechs europäischen Ländern (Deutschland, Frankreich, Spanien, Belgien, Italien und Großbritannien) befragt. Drei von vier Arbeitnehmern in Deutschland sind mit ihrer gegenwärtigen Arbeitssituation zufrieden. Im Vergleich zu 2008 ist dieser Wert sogar um neun Prozentpunkte gestiegen. Nur die Zufriedenheit belgischer Arbeitnehmer scheint mit 77 Prozent etwas höher zu liegen. Auf der Zufriedenheitsskala folgen Frankreich und Spanien mit jeweils 64 Prozent und Großbritannien mit 63 Prozent. Schlusslicht bildet Italien: Hier ist nur weniger als die Hälfte aller Arbeitnehmer (48 Prozent) mit ihrer Arbeitssituation zufrieden. 62 Prozent der befragten deutschen Arbeitnehmer schätzen sich als stabil motiviert ein, 16 Prozent geben sogar eine steigende Arbeitsmotivation an, 22 Prozent hingegen eine schwindende Motivation. Bei den Führungskräften sagen 71 Prozent, dass sie konstant motiviert sind. Immerhin zwölf Prozent verspüren sogar eine wachsende Motivation. Nur 16 Prozent schätzen die eigene Motivation als rückläufig ein. Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern sind deutsche Manager damit deutlich stärker motiviert. Zuversichtlicher Blick in die ZukunftAuch den zukünftigen wirtschaftlichen Erfolg ihres Arbeitgebers schätzen 80 Prozent der deutschen Arbeitnehmer positiv ein und zeigen damit im europäischen Vergleich den größten Optimismus. Es folgen Belgien (74 Prozent) und Großbritannien (73 Prozent). Das Schlusslicht bildet Frankreich mit 56 Prozent. Hinsichtlich der eigenen beruflichen Zukunft sind deutsche Arbeitnehmer ebenfalls überdurchschnittlich positiv gestimmt. 70 Prozent der Befragten sehen ihre persönliche berufliche Entwicklung bei ihrem aktuellen Arbeitgeber positiv. Rund die Hälfte ist davon überzeugt, nach einem Jobverlust schnell wieder in ein neues Beschäftigungsverhältnis zu gelangen. Auch die Qualität deutscher Arbeitsplätze wird von den Beschäftigten recht positiv bewertet. Allerdings sehen die meisten in ihrer beruflichen Beschäftigung vor allem eine existentielle Notwendigkeit und routinierte Tätigkeit, aber keine persönliche Erfüllung. Nur ein Viertel der Befragten schöpft Freude aus ihrer beruflichen Tätigkeit. Stolz generieren sogar nur zehn Prozent der deutschen Arbeitnehmer aus ihrem Job. Gemeinsam mit Italien (acht Prozent) gehören die Deutschen damit zum Schlusslicht in Europa. Wirtschaftspsychologie-aktuell.de Weiterführende Informationen: Mehr zum Thema Arbeitsmotivation Hans Christian Müller & Ulf Sommer (2012). Verbrauchervertrauen: In Deutschland regiert der Optimismus. Handelsblatt online. Institut für Demoskopie Allensbach (Hrsg.). (2011). Trotz aller Unsicherheiten überwiegt in der Bevölkerung der Optimismus (PDF). Allensbacher Berichte. Manfred Dworschak (2012). "Optimisten sind im Vorteil". Interview mit Daniel Kahneman. Spiegel online. Zur Ausgabe "Erfolg durch Kompetenz" Zum Schnupper-Abo der Wirtschaftspsychologie aktuell |
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