Wirtschaftspsychologie aktuell - Zeitschrift für Personal und Management
Nachrichten aus der Wirtschaftspsychologie

27. September 2010

Wann nutzen Machtmotivierte ihre Macht aus?

Das Dilemma: Führungskräfte, die besonders machthungrig sind, erliegen auch eher dem Kitzel, ihre Macht für eigene Zwecke auszunutzen. Doch wann genau tun sie das? Jon Maner und Nicole Mead haben jetzt einige dieser kritischen Situationen aufgedeckt – veröffentlicht in der aktuellen Ausgabe des Journal of Personality and Social Psychology.

In fünf Experimenten erhielten die Teilnehmer die Rolle des Gruppenführers. Die Gruppe hatte die Aufgabe, Oberkategorien für Begriffe zu finden. Überprüft wurde, ob die Teilnehmer im Sinne des Gruppenziels oder aus eigenem Machtantrieb dagegen handelten.

Das Ergebnis: Führer mit ausgeprägter MachtmotivatUnternehmertumion engagierten sich weniger für das Gruppenziel, wenn sie sich ihrer Führungsposition nicht sicher waren und ihre Macht bedroht sahen. Sie hielten dann wertvolle Informationen zurück oder schlossen talentierte Gruppenmitglieder aus.

Wenn die eigene Gruppe hingegen in Konkurrenz zu einer anderen stand, erlosch dieser destruktive Machteffekt. Dann versuchten Machtmotivierte, besonders fähige Mitarbeiter trotz ungewisser Führungsposition verstärkt einzubinden. Mehr noch: Sie gestanden ihnen sogar selbst eine Führungsrolle zu.

Die Autoren schlussfolgern für die Praxis:

  • Macht in Arbeitsgruppen verteilen. Das macht es unwahrscheinlicher, dass sie missbraucht wird.
  • Für stimulierende Konkurrenz unter Arbeitsgruppen sorgen. Auch damit kann eigennützigem Machthandeln vorgebeugt werden.
  • Leader mit moderater Machtmotivation auswählen. Denn wem Macht nicht so wichtig ist, der wird sie auch seltener über das gemeinsame Arbeitsziel stellen.

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Weiterführende Informationen:

Maner, Jon K.; Mead, Nicole L. (2010). The essential tension between leadership and power: When leaders sacrifice group goals for the sake of self-interest (Abstract). Journal of Personality and Social Psychology, 99, 482-497.

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