Wirtschaftspsychologie aktuell - Zeitschrift für Personal und Management
Nachrichten aus der Wirtschaftspsychologie

10. August 2010

Fehlzeiten-Report 2010: Arbeitnehmer ausländischer Herkunft haben es schwerer

Zwar stellen immer mehr Unternehmen in Deutschland gezielt Mitarbeiter ausländischer Herkunft ein, doch sind diese im Vergleich zu ihren Kollegen deutscher Herkunft stärker belastet. Menschen mit Migrationshintergrund seien größeren körperlichen Belastungen ausgesetzt, fühlten sich weniger von Vorgesetzten unterstützt und nicht integriert, heißt es im Fehlzeiten-Report 2010, den das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) zusammen mit der Universitiät Bielefeld herausgibt. Der Report zeigt exemplarisch, wie Unternehmen durch betriebliche Gesundheitsförderung Belastungen verringern, die durch unterschiedliche Lebens- und Arbeitsbedingungen entstehen.

Insgesamt ist dem Bericht zufolge der Krankenstand 2009 gegenüber dem Vorjahr leicht auf 4,8 Prozent von 4,6 Prozent gestiegen. Im Durchschnitt dauerte eine Arbeitsunfähigkeit 17,3 Tage. Die Daten basieren auf den Fehlzeiten von 9,7 Millionen bei der AOK versicherten Erwerbstätigen. Ältere Arbeitnehmer sind laut Statistik weniger, aber dafür länger krank. Frauen sind häufiger, aber kürzer krank.

Männer leiden vermehrt unter Muskel-Skelett-Erkrankungen und Verletzungen, Frauen eher unter Atemwegserkrankungen und Depressionen. Die Fehlzeiten unterschieden sich weiter deutlich nach Branchen und Tätigkeiten. Viele Arbeitsunfähigkeitstage weisen Straßenreiniger (28,8 Tage), Waldarbeiter (25,1 Tage) oder Helfer in der Krankenpflege (24,9 Tage) auf. Vergleichsweise wenige Fehlzeiten gibt es bei Hochschullehrern (4,9 Tage), Ingenieuren (6,3 Tage) oder Ärzten (7,1 Tage).

Wirtschaftspsychologie-aktuell.de

Weiterführende Informationen:

Badura, Prof. Dr. Bernhard, Schröder, Helmut, Klose, Joachim, Macco, Katrin (Hrsg.). (2010). Fehlzeiten-Report 2010. Schwerpunktthema: Vielfalt managen: Gesundheit fördern – Potenziale nutzen. Berlin: Springer.
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