| Nachrichten
aus der Wirtschaftspsychologie 15. Juli 2010 Mädchen scheuen WettbewerbMädchen sind schon als Dreijährige deutlich seltener zum Leistungswettbewerb mit Gleichaltrigen bereit als Jungen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie, die beim Bonner Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) erschienen ist. Damit wird erstmals gezeigt, dass sich derartige Unterschiede zwischen den Geschlechtern bereits im Kleinkindalter ausprägen. Die Studie basiert auf einem umfangreichen Experiment der Universität Innsbruck, in dem das Wettbewerbsverhalten von über 1000 Kindern und Jugendlichen zwischen drei und 18 Jahren untersucht wurde. Je nach Alter mussten die Teilnehmer Rechenaufgaben lösen oder einen Wettlauf absolvieren und konnten dadurch Geld verdienen. Im Laufe des Versuchs hatten sie die Wahl, ob sie gegen Gleichaltrige antreten wollten, um ihre Verdienstmöglichkeiten zu steigern. Im Schnitt entschieden sich 40 Prozent der Jungen, aber nur 19 Prozent der Mädchen für die Wettbewerbsvariante. In allen Altersgruppen lag der Abstand zwischen den Geschlechtern bei etwa 15 bis 20 Prozentpunkten. Dabei war es unerheblich, ob die Kinder in gemischten oder gleichgeschlechtlichen Gruppen gegeneinander antraten. Wirtschaftsforscher sehen in der geringeren Wettbewerbsbereitschaft von Frauen eine mögliche Ursache für den Lohnabstand zwischen den Geschlechtern und für den geringen Frauenanteil in Führungspositionen. Wirtschaftspsychologie-aktuell.de Weiterführende Informationen: Matthias Sutter & Daniela Rützler (2010). Gender Differences in Competition Emerge Early in Life. IZA DP No. 5015, June 2010 (PDF) . Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit. Mehr zum Thema Karriere und Beruf Zum Thema Führung in der Ausgabe "Leadership" Zum Schnupper-Abo der Wirtschaftspsychologie aktuell Zum Archiv |
|