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Lernen von Neil Anderson:
Teamfaktoren und Innovation

5. November 2009

Die meisten Innovationen entstehen in Teams. Welche Teamfaktoren begünstigen dabei die Entstehung neuer Produkte oder Prozesse? Dieser Frage ging jetzt ein Team um die Organisationspsychologen Ute Hülsheger und Neil Anderson nach. Mit ihrer Meta-Analyse im Journal of Applied Psychology machen die Autoren deutlich, auf welche Teamfaktoren es ankommt. Besonders wichtig sind Teamvision, externe Kommunikation und die Unterstützung von Innovationen.

Neil Anderson: Innovationsforschung

Neil Anderson ist Professor für Arbeits- und Organisationspsychologie an der Universität Amsterdam. Einer seiner Forschungsschwerpunkte sind Innovationen in Unternehmen. Schon 1991 zeigte er in einer Längsschnittstudie zusammen mit Nigel King, wie sich Teamfaktoren – z.B. die Gruppenzugehörigkeit oder der Status innerhalb des Unternehmens – auf Innovationsprozesse auswirken.

Bislang wurden jedoch die Auswirkungen von Teamfaktoren auf kreative Prozesse am Arbeitsplatz noch nicht systematisch in einer Metaanalyse untersucht. Eine Metaanalyse hat den Vorteil, in der Zusammenschau aller bisherigen Publikationen die relevanten Einflussgrößen zahlenmäßig genau zu beziffern. Dem Praktiker wird dadurch klar, auf welche Faktoren es bei Veränderungsmaßnahmen ankommt.

Die Metaanalyse

Ute Hülsheger, Neil Anderson und Jesus Salgado haben jetzt im Journal of Applied Psychology eine Metaanalyse zum Einfluss von Teamfaktoren auf Innovationsprozesse im Unternehmen vorgelegt. Sie werteten dabei 104 Studien aus den letzten 30 Jahren aus, bei denen insgesamt über 50.000 Personen untersucht wurden. Ziel war es, die Teamfaktoren herauszufinden, die maßgeblich neue Potenziale, Produkte und Prozesse in Organisationen bestimmen.

Input- und Prozessfaktoren

Die Autoren beschränkten sich bewusst auf Teamfaktoren, da die meisten Neuerungen von Arbeitsgruppen angestoßen werden. Sie unterteilten diese in Input- und Prozessfaktoren. Inputfaktoren sind Einflussgrößen, die die Team- und Arbeitsstrukturen bezeichnen wie z.B. Anzahl der Teammitglieder oder Diversität der Mitarbeiter. Prozessfaktoren sind psychologische Größen, die sich im Arbeitsprozess bemerkbar machen wie z.B. Teamvision oder Leistungsorientierung.

Von den fünfzehn untersuchten Teamfaktoren hatten sieben einen nachweisbaren Einfluss auf Innovationen. Sechs davon waren Prozessfaktoren (Teamvision, Unterstützung für Innovationen, Leistungsorientierung, Gruppenzusammenhalt, interne Kommunikation und externe Kommunikation), einer davon der Inputfaktor Zielabhängigkeit. Diese sieben Faktoren beeinflussen die Entstehung von Innovationen wie folgt (von oben nach unten mit abnehmender Effektstärke).

Die maßgeblichen Teamfaktoren

Umsetzung neuer Ideen

Um im Team gezielt neue Ideen zu unterstützen und die Umsetzung in innovative Produkte zu erleichtern, geben die Autoren folgende Empfehlungen: Führungskräfte sollten Normen für Innovationen in ihrem Team setzen. Zudem sollten sie immer wieder deutlich machen, dass Veränderungen erwünscht sind und Fehler toleriert werden. Damit wird Leistungsorientierung geschaffen, die Unterstützung für Innovationen gelingt dadurch ebenso.

Jeder im Team sollte jedoch darum bemüht sein, eine Balance zu finden zwischen der Unterstützung für Kollegen und Gelegenheiten, ihnen auch kritisch die Meinung zu sagen. Klare Ziele und eine übergeordnete Teamvision erleichtern dies. Die Ziele jedes Mitarbeiters sollten dabei an ein Gruppenziel gebunden sein.

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Weiterführende Informationen:

Hülsheger, U. R., Anderson, N. & Salgado, J. F. (2009). Team-level predictors of innovation at work: A comprehensive meta-analysis spanning three decades of research. Journal of Applied Psychology, 94, 1128-1145. Zum Abstract.

Anderson, N. & King, N. (1991). Managing innovation in organizations. Leadership & Organization Development Journal, 12, 17-21.

Burke, C. S., Stagl, K. C., Salas, E., Pierce, L. & Kendall, D. (2006). Understanding team adaptation: A conceptual analysis and model. Journal of Applied Psychology, 91, 1189-1207.

Camisón-Zornoza, C., Lapiedra-Alcamí, R., Segarra-Ciprés, M. & Boronat-Navarro, M. (2004). A meta-analysis of innovation and organization size. Organization Studies, 25, 331-361.

Damanpour, F. (1991). Organizational innovation: A meta-analysis of effects of determinants and moderators. Academy of Management Journal, 34, 555-590.

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