Wirtschaftspsychologie aktuell - Zeitschrift für Personal und Management

Lernen von Alexander Stajkovic: Selbstwirksamkeit

14. Juli 2009

Alexander Stajkovic ist Professor für Organizational Behavior an der School of Business der University of Wisconsin-Madison. Berufliche Stationen führten ihn an die Washington State University, die University of California, Irvine, und an die Standford University. 1998 veröffentlichte er zusammen mit Fred Luthans die vielbeachtete Metaanalyse zur Beziehung zwischen Selbstwirksamkeit und beruflicher Leistung.

Selbstwirksamkeit

Selbstwirksamkeit ist die Erwartung, ein bestimmtes Verhalten gut oder schlecht ausführen zu können. Stajkovic und Luthans konnten zeigen, dass Selbstwirksamkeit im beruflichen Kontext die Arbeitsleistung gut vorhersagt (r = .38). Je mehr man also vom eigenen Können überzeugt ist, desto besser ist die konkrete Leistung, die man erbringt.

Kollektive Selbstwirksamkeit

Gerade haben Alexander Stajkovic und seine Kollegen Dongseop Lee und Anthony Nyberg eine Metaanalyse zur Beziehung zwischen kollektiver Selbstwirksamkeit und Gruppenleistung im Journal of Applied Psychology vorgelegt. Unter kollektiver Selbstwirksamkeit wird die Erwartung aller Teammitglieder verstanden, gemeinsam so handeln zu können, dass ein Ziel bestmöglich erreicht wird.

Die Autoren haben die kollektive Selbstwirksamkeit dabei in Beziehung zur Gruppenleistung und zur Gruppenstärke gesetzt. Die Gruppenstärke (Group Potency) ist die generelle Fähigkeit eines Teams, in vielen Bereichen (z.B. Arbeitsleistung, Kommunikation, Planung) effektiv zu handeln.

Ergebnisse der Metaanalyse

Insgesamt werteten die Autoren 96 Studien aus, an denen insgesamt über 30.000 Personen teilnahmen. Die Ergebnisse:

  • Die kollektive Selbstwirksamkeit sagt die Gruppenleistung mit einem mittleren Effekt von r = .35 vorher.
  • Die Selbstwirksamkeit in der Gruppe kann entweder innerhalb einer Gruppendiskussion ermittelt werden oder durch die Einzelwerte der Teammitglieder aufaddiert werden. Die Untersuchung ergab, dass der Zusammenhang zwischen Selbstwirksamkeit und Leistung bei der Messung durch Gruppendiskussion (r = .45) größer war als bei der Zusammenfassung der Einzelwerte (r = .32).
  • Schließlich fanden die Autoren, dass die kollektive Selbstwirksamkeit den Einfluss der Gruppenstärke auf die Gruppenleistung vermittelt. Mit anderen Worten: In einer Arbeitsgruppe kann nur dann die Teamfähigkeit in Gruppenleistung umgewandelt werden, wenn die Teammitglieder genaue Erwartungen hinsichtlich ihrer Leistungsfähigkeit haben.

Vorteile der kollektiven Selbstwirksamkeit

Die kollektive Selbstwirksamkeit erweist sich damit als guter Prädiktor für die Teamleistung. Sie kann innerhalb einer Gruppendiskussion relativ einfach gemessen werden, indem man den Teammitgliedern die Frage, wie sie das Können im Team generell oder in Bezug auf eine bestimmte Aufgabe einschätzen. Albert Bandura gibt dazu in seinem Übersichtswerk „Self-efficacy“ weiterführende Hinweise.

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Weiterführende Informationen:

Stajkovic, A. D., Lee, D., Nyberg, A. J. (2009). Collective efficacy, group potency, and group performance: Meta-analyses of their relationships, and test of a mediation model. Journal of Applied Psychology, 94, 814-828. Zum Abstract.

Bandura, A. (1997). Self-efficacy: The excercise of control. New York: Freeman & Companay.

Gully, S. M., Incalcaterra, K. A., Joshi, A. & Beaubien, J. M. (2002). A meta-analysis of team-efficacy, potency, and performance: Interdependence and level of analysis as moderator of observed relationships. Journal of Applied Psychology, 87, 819-832.

Stajkovic, A. D. & Luthans, F. (1998). Self-efficacy and work-related performance: A meta-analysis. Psychological Bulletin, 124, 240-261.

Mehr zu Teamwork in der Ausgabe „Leadership“

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